Frühes Pankreaskarzinom: Multiparametrischer Atlas der Leber sagt Metastasen vorher3. Januar 2025 Bild: ©kanruthai – stock.adobe.com Nach der Resektion von Bauchspeicheldrüsenkrebs treten häufig Metastasen auf. In einer aktuellen Studie überprüften Wissenschaftler um Dr. Linda Bojmar vom Meyer Cancer Center in New York, USA, ihre Hypothese, dass eine multiparametrische Analyse von Leberbiopsien aus der Zeit vor der Metastasierung Patienten nach ihrem Metastasierungsrisiko, Zeitpunkt und Organstelle klassifizieren kann. Mit Erfolg: Mit der multiparametrischen Erstellung eines Profils der Biopsien, die zum Zeitpunkt der Diagnose des Pankreaskarzinoms genommen wurden, können das Metastasierungsrisiko und der Organotropismus bestimmt und die klinische Stratifizierung für die Auswahl der optimalen Behandlung gesteuert werden. Im Rahmen seiner Studie analysierte das Team Leberbiopsien, die während der Pankreatektomie von 49 Patienten mit lokalisiertem Pankreaskarzinom und 19 Kontrollpatienten mit nichtkanzerösen Pankreasläsionen genommen worden waren. Dabei kombinierten die Wissenschaftler metabolomische, Gewebe- und Einzelzelltranskriptomik sowie Multiplex-Bildgebungsverfahren. Anschließend wurden die Studienteilnehmer prospektiv beobachtet (im Median 3 Jahre) und in 4 Rezidivgruppen eingeteilt: frühe (<6 Monate nach der Resektion) oder späte (>6 Monate nach der Resektion) Lebermetastasen, extrahepatische Metastasen und krankheitsfreie Überlebende (kein Krankheitsanzeichen [NED]). Wie sich herausstellte, wies die Leber von Pankreaskarzinom-Patienten im Vergleich zu Kontrolllebern Anzeichen verstärkter Entzündung auf. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler, dass eine Anreicherung von neutrophilen extrazellulären Fallen (NETs), eine Hochregulierung von Ki-67 und verringertes Leberkreatinin Patienten mit künftiger Metastasierung signifikant von Patienten ohne Krankheitsanzeichen unterschieden. Darüber hinaus zeichneten sich Patienten mit künftigen Lebermetastasen durch eine spärliche lobuläre Infiltration mit T-Zellen, weniger Steatose und höhere Werte von citrulliniertem H3 aus als Patienten mit extrahepatischen Metastasen, die eine Überexpression von Interferon-Target-Genen (MX1 und NR1D1) und einen Anstieg von CD11B+ Natürlichen Killerzellen (NK) aufwiesen. Zudem stellten die Autoren fest, dass eine Hochregulierung von Sortilin-1 und prominenten NETs, zusammen mit dem Fehlen von T-Zellen und einer Verringerung von CD11B+ NK-Zellen, Patienten mit früh auftretenden Lebermetastasen von jenen mit späten unterschied. Die Leberprofile von Patienten ohne Krankheitsanzeichen ähnelten stark denen der Kontrollpersonen. Unter Verwendung der oben genannten Parameter entwickelten die Wissenschaftler ein auf Maschinellem Lernen basierendes Modell, welches das metastatische Ergebnis zum Zeitpunkt der Operation mit einer Genauigkeit von 78 % erfolgreich vorhersagte. (sf) Autoren: Bojmar L et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Multi-parametric atlas of the pre-metastatic liver for prediction of metastatic outcome in early-stage pancreatic cancerQuelle: Nat Med 2024;30(8):2170–2180.Web: doi.org/10.1038/s41591-024-03075-7
Mehr erfahren zu: "Ovarialkarzinom: Diagnose erfolgt häufig erst nach Notfalleinweisung" Ovarialkarzinom: Diagnose erfolgt häufig erst nach Notfalleinweisung Rund 40 Prozent der Frauen mit Ovarialkarzinom erhalten die Diagnose erst nach einer Notfalleinweisung ins Krankenhaus. Bei ihnen wird der Tumor häufiger in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, was mit einem […]
Mehr erfahren zu: "Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt" Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt Forschende im Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen in einer neuen Analyse: Werden aussagekräftigere Maße für Körperfett sowie methodische Verzerrungen berücksichtigt, sind mehr als zehn Prozent aller Fälle von Krebs auf Übergewicht […]
Mehr erfahren zu: "Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom: Übersehene Zellen liefern Hinweise auf die Heilungschancen" Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom: Übersehene Zellen liefern Hinweise auf die Heilungschancen Die Forschungsgruppe „Histologie“ am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, hat ein einfaches, aber aussagekräftiges Muster von Immunzellen im Bindegewebe rund um den Tumor identifiziert, das wichtige Hinweise auf das Langzeitüberleben beim […]