Frühes Zervixkarzinom: Schlechteres Überleben nach minimalinvasiven Eingriffen22. November 2018 In einer neuen epidemiologischen US-Studie war eine minimalinvasive radikale Hysterektomie bei Frauen mit einem Zervixkarzinom im Stadium IA2 oder IB1 mit einem kürzeren Gesamtüberleben verbunden als die offene Operation. Die minimalinvasive Technik habe Einzug in die Kliniken gehalten, bevor qualitativ hochwertige Evidenz hinsichtlich des Effekts auf das Überleben verfügbar war, schildern die Autoren um Dr. Alexander Melamed den Hintergrund ihrer Untersuchung. Sie führten eine Kohortenstudie mit Frauen durch, die sich im Zeitraum von 2010–2013 einer radikalen Hysterektomie für Gebärmutterhalskrebs im Stadium IA2 oder IB1 in den von der Commission on Cancer anerkannten Krankenhäusern in den USA unterzogen hatten. Zudem nahmen die Autoren eine unterbrochene Zeitreihenanalyse mit Frauen durch, die sich im Zeitraum 2000–2010 einer radikalen Hysterektomie wegen Gebärmutterhalskrebs unterzogen hatten, wobei sie die SEER-Datenbank verwendeten. Der primären Analyse zufolge wurden 1225 von 2461 Frauen (49,8%) minimalinvasiv operiert. Frauen, die mit minimalinvasiven Eingriffen behandelt wurden, waren häufiger weiß, privat versichert und kamen aus Gebieten, deren Postleitzahlen auf einen höheren sozioökonomischen Status Hinweise. Zudem hatten sie kleinere Tumore niedrigerer Grade und ihre Diagnose später im Untersuchungszeitraum erhalten als Frauen, die sich einer offenen Operation unterzogen hatten. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 45 Monaten betrug die 4-Jahres-Mortalität 9,1% bei Frauen, die minimal invasiv operiert wurden, und 5,3% bei denen, die sich einer offenen Operation unterzogen hatten (Hazard Ratio 1,65; 95% Konfidenzintervall [KI] 1,22-2,22; P=0,002 [Log-Rank-Test]). Vor der Einführung der minimalinvasiven radikalen Hysterektomie (d.h. im Zeitraum 2000–2006) blieb die relative 4-Jahres-Rate für das Überleben bei Frauen, die sich wegen Gebärmutterhalskrebs einer radikalen Hysterektomie unterzogen hatten, stabil (jährliche prozentuale Veränderung 0,3%; 95%-KI 0,1 bis 0,6). Die Einführung der minimalinvasiven Chirurgie fiel mit einer Abnahme der relativen 4-Jahres-Rate für das Überleben um 0,8% (95%-KI 0,3-1,4) pro Jahr nach 2006 zusammen (P = 0,01 für die Trendänderung). Die Ergebnisse sind in einem kurzen Video auf der NEJM-Website zusammengefasst: Publikation: Melamed A et al. Survival after Minimally Invasive Radical Hysterectomy for Early-Stage Cervical Cancer. N Engl J Med 2018; 379:1905-1914; doi: 10.1056/NEJMoa1804923 https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1804923
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