Frühkindliche Ernährung beeinflusst die emotionale Entwicklung11. März 2026 Kinder lieben Pommes & Co., für ihre Entwicklung sind die hochverarbeiteten Lebensmittel jedoch schlecht. (Foto: © sutulastock – stock.adobe.com) Kinder, die früh einen hohen Anteil hochverarbeiteter Lebensmittel (UPF) essen, haben im Alter von fünf Jahren größere Probleme, ihr Verhalten und ihre Emotionen zu regulieren. Das zeigen die Ergebnisse einer kanadischen Studie. In Kanada stammt fast die Hälfte der Energie, die Kinder im Vorschulalter zu sich nehmen, aus hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPF). Um die Auswirkungen einer solchen Ernährung auf das Verhalten und die Emotionsregualtion zu untersuchen, hatte ein Forscherteam die Ernährungs- und Verhaltensdaten von 2077 Kindern (52,6% männlich) ausgewertet, die von 2011 bis 2018 an der CHILD-Kohortenstudie, einer prospektiven kanadischen Schwangerschaftskohorte, teilnahmen. Die UPF-Aufnahme der Kinder im Alter von drei Jahren bewerteten die Forschenden anhand eines 112 Punkte umfassenden Fragebogens und kategorisierten diese Angaben unter Verwendung des NOVA-Systems. Die UPF-Aufnahme, angegeben als Prozentsatz der aufgenommenen Energie, analysierten die Forschenden mithilfe multivariabel adjustierter linearer Regressionsmodelle, die die Ernährung der Mutter, Geburtsfaktoren, Säuglingsernährung sowie soziodemografische Merkmale und Merkmale der frühen Kindheit berücksichtigten. Das Verhalten der Kinder bewerteten die Forschenden mithilfe der validierten Child Behavior Checklist (CBCL; Bereich 0–100; höhere Werte weisen auf stärkere negative Symptome hin). Ein multivariabel adjustiertes Substitutionsmodell schätzte den Zusammenhang zwischen dem statistischen Ersatz von zehn Prozent der Energie aus UPF durch minimal verarbeitete Lebensmittel (MPF) bei allen Kindern. Weniger hochverarbeitete Lebensmittel, weniger Verhaltensauffälligkeiten Bei den eingeschlossenen Kindern trugen UPF im Alter von drei Jahren durchschnittlich 45,5±11,6 Prozent zur Gesamtenergiezufuhr bei. Im Alter von fünf Jahren lagen die durchschnittlichen CBCL-Werte bei 44,6±9,1 für Internalisierung, 39,6±9,4 für Externalisierung und 41,2±9,0 für das Gesamtverhalten. Jeder Anstieg der Energiezufuhr aus UPF um zehn Prozent war mit einem höheren CBCL-Wert für Internalisierungs- (β=0,81; 95%-KI 0,43–1,19), Externalisierungs- (β=0,47; 95%-KI 0,08–0,87) und Gesamtverhalten (β=0,64; 95%-KI 0,27– 1,01) verbunden. Die Substitution von zehn Prozent der Energie aus UPF durch MPF war hingegen mit niedrigeren Internalisierungs- (β=-0,91; 95%-KI -1,33 bis -0,49) und Externalisierungswerten (β=-0,49; 95%-KI -0,93 bis -0,06) sowie einer geringeren Gesamtpunktzahl (β=-0,70; 95%-KI -1,12 bis -0,29) verbunden. Diese Ergebnisse deuten den Forschenden zufolge darauf hin, dass der Ersatz von UPF durch MPF im Vorschulalter eine gesündere Verhaltensentwicklung fördern und sich positiv auf die langfristige psychische Gesundheit auswirken könnte. Damit unterstützten sie auch laufende politische Bemühungen zur Förderung gering verarbeiteter Lebensmittel und unterstrichen die Notwendigkeit frühzeitiger Ernährungsinterventionen, erklärten die Autoren. (ej/BIERMANN)
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