Frühzeitige Prognose eines Morbus Crohn durch Proteinsignaturen9. September 2025 © Peakstock- stock.adobe.com (Symbolbild) Es werden dringend neue Biomarker benötigt, um Personen mit einem erhöhten Risiko für Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) frühzeitig zu identifizieren. Im Rahmen einer klinischen Studie charakterisierten nun schwedische Wissenschaftler Proteinsignaturen, die für CED prädiktiv sind. Hierzu analysierten sie zunächst gesammelte Blutproben von Personen (n≥180.000), bei denen später im Leben eine CED diagnostiziert werden sollte. Diese wurden mit alters- und geschlechtsgleichen Kontrollen verglichen, die während der Nachbeobachtung frei von CED waren. Insgesamt wurden 178 Proteine auf Olink-Plattformen gemessen. Mithilfe von Methoden des Maschinellen Lernens identifizierten die Forschenden schließlich spezifische Proteinsignaturen für präklinische Erkrankungen in einer Entdeckungskohorte (n=312). Ihre Leistung wurde in einer externen präklinischen Kohorte (n=222) validiert sowie in einer Inception-Kohorte (n=144) und einer präklinischen Zwillingskohorte (n=102) bewertet. In der Entdeckungskohorte unterschied eine Signatur aus 29 Proteinen präklinische Morbus-Crohn-Fälle von Kontrollen mit einem AUC-Wert von 0,85. Diese Leistung wurde zunächst in der präklinischen Validierungs- (AUC 0,87) und in der Inception-Kohorte (AUC 1,0) bestätigt. In präklinischen Proben korrelierten insbesondere herunterregulierte (aber nicht hochregulierte) Proteine, die mit der Integrität der Darmbarriere und der Makrophagenfunktionalität zusammenhängen, mit der Zeit bis zur erfolgten M.-Crohn-Diagnose. Die präklinische C.-ulcerosa-Signatur hatte eine signifikante, wenn auch geringere Vorhersagekraft in den Entdeckungs- (AUC 0,77), Validierungs- (AUC 0,67) und Inception-Kohorten (AUC 0,95). Weiterhin wies die präklinische Signatur für M. Crohn eine AUC von 0,89 auf, wenn Zwillinge mit präklinischem M. Crohn mit gematchten externen gesunden Zwillingen verglichen wurden. Ihre Vorhersagekraft war aber geringer (AUC 0,58; p=0,04), bei einem direkten Vergleich mit ihren gesunden Zwillingsgeschwistern, d.h. bei der Berücksichtigung genetischer und gemeinsamer Umweltfaktoren. Fazit Durch die erfolgreiche Identifizierung von Proteinsignaturen könnte eine zukünftige Diagnose von M. Crohn und C. ulcerosa erfolgreich vorhergesagt werden. Bei M. Crohn bietet die Signatur das Potenzial für frühe Prognosen. (bi) Autoren: Grännö O et al. Korrespondenz: Olle Grännö; [email protected] Studie: Preclinical Protein Signatures of Crohn’s Disease and Ulcerative Colitis: A Nested Case-Control Study Within Large Population-Based Cohorts Quelle: Gastroenterology 2025;168(4):741–753. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2024.11.006
Mehr erfahren zu: "Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich" Hautkrebsscreening in Deutschland: Kein Vorteil im Ländervergleich Der Nutzen eines bevölkerungsweiten Hautkrebsscreenings ist umstritten. Ein Forschungsteam aus Oldenburg und Lübeck hat nun Trends der Melanomsterblichkeit in Deutschland und den Nachbarländern verglichen.
Mehr erfahren zu: "Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie" Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass Statine neben der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch positive Auswirkungen auf ein gesundes Altern haben könnten.
Mehr erfahren zu: "Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten" Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten Neue Daten zeigen, dass Menschen mit Diabetes in zertifizierten Diabeteszentren eine niedrigere Krankenhaussterblichkeit und kürzere Liegedauer aufweisen. Die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gewährleistet leitliniengerechte Standards und eine spezialisierte […]