Funktionelle Dyspepsie: Höhere Prävalenz in den USA als in Kanada und Großbritannien4. September 2018 Symbolbild © jd-photodesign – fotolia.com Eine Querschnittuntersuchung der Allgemeinbevölkerung in Kanada, Großbritannien und den USA hat ergeben, dass rund 10 % aller dort lebenden Erwachsenen die symptombasierten Rom-IV-Kriterien einer funktionellen Dyspepsie erfüllen. Den Fragebogen füllten 6300 Personen aus (je 2100 aus Kanada, Großbritannien und den USA). Nach einer Überprüfung auf Plausibilität der Daten blieben 5931 Datensätze für die Analyse übrig. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Prävalenz einer funktionellen Dyspepsie nach Rom-IV-Kriterien in den USA signifikant höher war (232 [12 %] von 1949) als in Kanada (167 [8 %] von 1988) und in Großbritannien (152 [8 %] von 1994; p<0,0001). Das Verteilungsmuster der Unterarten der funktionellen Dyspepsie war in allen 3 Ländern ähnlich: 61 % postprandiales Völlegefühl, 18 % epigastrisches Schmerzsyndrom und 21 % mit einer Überschneidung dieser beiden Syndrome. Personen, die an einer funktionellen Dyspepsie litten, wiesen eine signifikant stärkere gesundheitliche Beeinträchtigung und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen auf als Personen ohne Dyspepsie. Befragte mit sich überschneidenden Syndromen zeigten eine stärkere Somatisierung und eine schlechtere Lebensqualität als Personen mit einem der beiden Syndrome allein. Eine multivariate Analyse ergab als unabhängige Faktoren, die mit allen Unterarten einer funktionellen Dyspepsie assoziiert waren eine Verschlechterung der Lebensqualität und das Vorliegen von Symptomen, die mit funktionellem Sodbrennen und einem Reizdarm-Syndrom (IBS) übereinstimmten. Dabei standen funktionelles Sodbrennen und IBS am stärksten mit einer Überschneidung von postprandialem Völlegefühl und epigastrischem Schmerzsyndrom in Zusammenhang. Insbesondere eine Somatisierung war in positiver Art und Weise mit postprandialem Völlegefühl und der Überschneidungsvariante assoziiert. Der Einsatz von Antidepressiva zeigte einen negativen Zusammenhang mit postprandialem Völlegefühl. Fazit Etwa 10 % der erwachsenen Bevölkerung erfüllt die symptombasierten Rom-IV-Kriterien für die funktionelle Dyspepsie. Die funktionellen Dyspepsie-Subtypen weisen unterschiedliche Assoziationen auf, was auf Unterschiede in pathophysiologischen Prozessen oder Einflussfaktoren schließen lasse, so die Studienautoren. Autoren: Aziz I et al. Korrespondenz: Dr. Imran Aziz, Institute of Medicine, Sahlgrenska Academy, University of Gothenburg, Göteborg, 41345, Schweden; [email protected] Studie: Epidemiology, clinical characteristics, and associations for symptom-based Rome IV functional dyspepsia in adults in the USA, Canada, and the UK: a cross-sectional population-based study Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2018;3(4):252–262. Web: www.thelancet.com/journals/langas
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