G-BA fördert Projekt zur Migräneversorgung mit mehr als fünf Millionen Euro24. März 2025 Foto: © Mohamed Hassan – Pixabay Das Projekt „MIGRA-MD – Strukturierte fachärztliche Migräneversorgung – multimodal und digital“ der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und des LMU Klinikums in München erhält eine Förderung von über fünf Millionen Euro aus dem Innovationsfonds. Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen und betrifft hauptsächlich Menschen im produktiven Alter. Höherfrequente Migräne führt zu einem bedeutenden Verlust an Lebensqualität und Produktivität. „Trotz guter Therapieoptionen und einfach zugänglicher Behandlungsleitlinien gibt es ein großes Ausmaß von Unter-, Über- und Fehlversorgung von KopfschmerzpatientInnen in Deutschland“, berichtet PD Dr. Lars Neeb, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. „Mithilfe des Innofondsprojekts MIGRA-MD möchten wir die Versorgung von PatientInnen mit Migräne sowohl inhaltlich als auch strukturell verbessern.“ Durch eine neue Versorgungsform soll eine effiziente, leitliniengerechte Behandlung von MigränepatientInnen sichergestellt und die Therapiesteuerung in der ambulanten fachärztlichen Versorgung optimiert werden. Dies wird durch die bereits verfügbare DMKG-App und das DMKG-Kopfschmerzregister sowie durch eine neue videobasierte multimodale Edukation zu nichtmedikamentösen Maßnahmen digital unterstützt. Im Rahmen des Projekts sollen 1000 Patienten mit episodischer oder chronischer Migräne über einen Zeitraum von zwölf Monaten an den teilnehmenden Zentren betreut und nachbeobachtet werden. Die Hälfte der TeilnehmerInnen erhält erst mit Verzögerung Zugang zu dem neuen Versorgungskonzept und dient als Kontrollgruppe. Teilnehmende Ärzte und Zentren qualifizieren sich in DMKG-zertifizierten Schulungen zur Kopfschmerzbehandlung. Teilnehmende Patienten nutzen die DMKG-App als digitalen Kopfschmerzkalender und machen im webbasierten DMKG-Kopfschmerzfragebogen Angaben zu ihren Kopfschmerzen, Vorbehandlungen und Begleiterkrankungen. Das DMKG-Kopfschmerzregister unterstützt die behandelnden Ärzte durch die strukturierte Zusammenführung dieser Daten sowie durch leitliniengerechte, datengestützte Checklisten zur Entscheidung über weitere Diagnostik und Therapie. Nichtmedikamentöse Verfahren sind einer der Grundpfeiler der Kopfschmerzbehandlung, brauchen aber oft mehr Anleitung als im Arztgespräch möglich ist. Teilnehmende Patienten erhalten daher Zugang zum Edukationsportal, in dem video- und audiobasiert Materialen zur nichtmedikamentösen Kopfschmerzprophylaxe zur Verfügung stehen und regelmäßig Videokonferenzen mit DMKG-Experten angeboten werden. Die Hausärzte werden durch einen Arztbrief mit Zusammenfassung der Therapieempfehlungen in die Behandlung einbezogen. Die Erstellung dieses Arztbriefs wird anhand der Informationen im Kopfschmerzregister digital unterstützt. Ein Teil der Patienten wird an der Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums in München behandelt, wo PD Dr. Ruth Ruscheweyh die Konsortialführung hat. Sie ist „überzeugt, dass digitale Möglichkeiten die Kopfschmerzversorgung entscheidend verbessern können – auch weil sie die nichtmedikamentöse Behandlung stärken und einem größeren Patientenkreis zugänglich machen können“. Neben den klinischen Verlaufsdaten wie Verbesserung von Kopfschmerzfrequenz und Beeinträchtigung der Patienten werden gesundheitsökonomische Indikatoren zur Abbildung der Behandlungskosten erhoben und die Akzeptanz bei Patienten und Leistungserbringern evaluiert. Der Beginn des Projekts ist für Juni 2025 geplant.
Mehr erfahren zu: "Aneuploidie-Score sagt Therapieansprechen bei pädiatrischen Tumoren voraus" Aneuploidie-Score sagt Therapieansprechen bei pädiatrischen Tumoren voraus Forschende der Universität Birmingham (Großbritannien) haben einen neuen Biomarker für das Ansprechen auf eine bestimmte Form der Krebstherapie identifiziert, die bei Kindern mit Ewing-Sarkom und anderen Tumorarten zum Einsatz kommt.
Mehr erfahren zu: "Schlechter Schlaf ist bei älteren Frauen mit einem höherem Alzheimer-Risiko assoziiert" Schlechter Schlaf ist bei älteren Frauen mit einem höherem Alzheimer-Risiko assoziiert Schlafstörungen könnten laut einer neuen Studie von Forschern der University of California San Diego (USA) einen bedeutenden Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit bei älteren Frauen darstellen, die eine höhere genetische Prädisposition […]
Mehr erfahren zu: "Bayern will bei Gesundheitsreform Verbesserungen für Ärzte" Bayern will bei Gesundheitsreform Verbesserungen für Ärzte Kaum ein politisches Gebiet ist so vermint, wie das Gesundheitswesen. Viele Lobbygruppen zerren in Sachen Gesundheitsreform am selben Strang – in verschiedene Richtungen. Bayern will sich gegen Kürzungen bei Ärzten […]