G-BA fördert S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung28. November 2023 Foto: benjaminnolte/stock.adobe.com Das Konsortium um die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) erhält 578.000 Euro für ihre S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung. Die geplante 5. Auflage soll im Jahr 2026 fertiggestellt werden. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) stellt diese Summe über einen Förderzeitraum von drei Jahren für die Überarbeitung der international anerkannten und vielbeachteten Leitlinie zur Verfügung. Das Projektteam unter der Konsortialführung der Akademie der Unfallchirurgie wird sich um wichtige Neuerungen zum Thema Gerinnungs- und Volumenmanagement kümmern und unter anderem einen weiteren Schwerpunkt auf die Rehabilitation des Schwerverletzten setzen. Ergänzend wird auch die Perspektive von Patientinnen und Patienten berücksichtigt werden. „Neben der Aktualisierung und Patientenbeteiligung werden wir die Nutzungsmöglichkeiten erweitern. Ärztinnen und Ärzte erhalten zukünftig einen zeitgemäßen digitalen Zugang zur Leitlinie“, sagt DGU-Präsident Prof. Steffen Ruchholtz, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH. In Deutschland verletzen sich jedes Jahr nahezu zehn Millionen Menschen im Haushalts- und Freizeitbereich. Bei Menschen, die jünger als 45 Jahre sind, gehören Traumata zu den häufigsten Todesursachen. Solche Verletzungsmuster unterscheiden sich teilweise ganz erheblich in Schweregrad und Versorgungsbedarf – medizinisch, logistisch und sozioökonomisch stellen sich damit besondere Herausforderungen dar. Die Leitlinie bietet allen an der Behandlung beteiligten Berufsgruppen Empfehlungen zur Behandlung Schwerverletzter am Unfallort, im Schockraum und im Operationssaal. Sie stellt sicher, dass die Behandlung in der akuten Situation systematisch und fachlich fundiert ablaufen kann. „Zukünftig gilt es, diese qualitativ hochwertige Versorgung unter der optimalen Nutzung der zur Verfügung stehenden Ressourcen beizubehalten“, sagt Koordinator und Mitautor PD. Dr. Dan Bieler, Leiter der DGU-Sektion Notfall-, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung (NIS). Neben zahlreich mitwirkenden wissenschaftlichen Fachgesellschaften beteiligen sich das Institut für Forschung in der operativen Medizin (IFOM) der Universität Witten Herdecke sowie das Zentrum für Versorgungsforschung (ZVF-BB) der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) als Konsortialpartner in dem anspruchsvollen, multidisziplinären Projekt. „Diese Leitlinie unterstreicht die Bedeutung der Schwerverletztenversorgung auch für die Krankenhausplanung der kommenden Jahre und sichert den berechtigten Anspruch der Bevölkerung auf kompetente Versorgung in solchen Fällen“, sagt DGU-Generalsekretär Prof. Dietmar Pennig.
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