Gastroparese offenbar mit erheblichen Komorbiditäten assoziiert31. Mai 2022 © Studio Romantic – stock.adobe.com (Symbolbild) Epidemiologische Daten zur Gastroparese sind begrenzt. Daher haben Forschende nun die Krankheitsprävalenz bestimmt und die demografischen Daten der Patienten sowie die Ätiologie der Krankheit untersucht. Für die retrospektive Querschnittsanalyse verwendeten sie Einschreibungs- und Abrechnungsdaten von erwachsenen Patienten aus der „Optum-Clinformatics-Data-Mart-Datenbank“, einem großen US-amerikanischen Verzeichnis für Krankenversicherungsansprüche. Die Prävalenz standardisierten sie anhand des US-Zensus 2018 nach geografischer Region, Alter und Geschlecht und führten deskriptive Analysen der demografischen und klinischen Variablen sowie der zugrunde liegenden Krankheitsursachen durch. Die standardisierte Gesamtprävalenz der Gastroparese betrug 267,7 pro 100.000 Erwachsene in den USA, während die Prävalenz der „definitiven“ Gastroparese (Personen, die innerhalb von 3 Monaten nach der Magenentleerungs-Szintigraphie diagnostiziert wurden und deren Symptome länger als 3 Monate andauerten) bei 21,5 pro 100.000 Personen lag. Patienten mit Gastroparese hatten einen Charlson-Comorbidity-Index von 4,2, was auf eine starke Komorbiditätsbelastung hinweist. Zu den wichtigsten dokumentierten Komorbiditäten zählten chronische Lungenerkrankungen (46,4%), Diabetes mit chronischen Komplikationen (37,3%) und periphere Gefäßerkrankungen (30,4%). Sehr häufig trat eine diabetische Ätiologie auf (57,4%; Typ-1-Diabetes: 5,7% und Typ-2-Diabetes: 51,7%), gefolgt von postoperativen (15,0%), medikamenteninduzierten (11,8%) und idiopathischen (11,3%) Ätiologien. Fazit Die Daten aktualisieren bestehende Erkenntnisse über die Prävalenz, die Patientendemografie und die Ätiologie der Gastroparese in der US-amerikanischen Allgemeinbevölkerung. Eine breitere Verfügbarkeit von zuverlässigen objektiven Magenentleerungsmessungen und eine weitere Schulung des medizinischem Personals bzgl. der Diagnose einer Gastroparese könne das Verständnis die Epidemiologie dieser Krankheit verbessern, resümieren die Studienautoren. (bi) Autoren: Ye Y et al. Korrespondenz: Dimitri Bennett; [email protected] Studie: Epidemiology, Etiology, and Treatment of Gastroparesis: Real-World Evidence From a Large US National Claims Database Quelle: Gastroenterology 2022;162(1):109–121.e5. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2021.09.064
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