Gefährliche dünne Melanome: Klinisch-pathologische Parameter und Prädiktoren

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Das Auftreten dünner (≤ 1,00 mm) kutaner Melanome nimmt weltweit zu und verursacht in den USA und in Australien etwa 1/4 aller Melanom-bedingten Todesfälle. Eine Identifizierung prädiktiver Faktoren für potenziell tödliche dünne Melanome könnte zu einer besseren Nutzung medizinischer Ressourcen im Follow-up führen.

In einer aktuellen Studie bestimmten australische Forscher verschiedene klinisch-pathologische Parameter beim Auftreten dünner Melanome. Die Daten für die Fall-Fall-Studie stammten aus dem populationsbasierten Krebsregister von Queensland, Australien. Die Kohorte bestand aus Einwohnern des Bundesstaates im Alter von 0 bis 89 Jahren, die zwischen 1995 und 2014 mit einem einzelnen, lokal invasiven dünnen Melanom dia­gnostiziert wurden. Todesfälle (qualifizierte Patienten, die am Melanom verstarben) wurden individuell 3 nicht tödlich endenden Fällen (qualifizierte Patienten, die nicht nachweislich am Melanom verstarben) in Übereinstimmung mit Geschlecht, Alter, Jahr der Diagnose und Nachsorgeintervallen zugeordnet. Unter Anwendung logistischer Regres­sionsanalysen wurden die Chancenverhältnisse (odds ratios, OR) für Melanom-bedingten Tod berechnet, wobei alle vorliegenden klinisch-pathologische Parameter angeglichen wurden.

In der Kohorte wurden 27.660 qualifizierte Patienten mit einem einzelnen dünnen Melanom dia­gnostiziert. Die finale Fall-Fall-Serie umfasste 424 Todesfälle und 1189 nicht tödliche Fälle. Bei den Todesfällen war die Wahrscheinlichkeit für ein Melanom auf der Kopfhaut im Vergleich zu einem Melanom auf dem Rücken 6-fach erhöht (OR 6,39; 95 %-KI 2,57–15,92). Bei Melanomen einer Dicke von 0,80-1,00 mm war die Wahrscheinlichkeit für einen fatalen Ausgang im Vergleich zu Melanomen mit einer Dicke von > 0,30 mm ebenfalls 6-fach erhöht (OR 6,00; 95 %-KI 3,55–10,17).

Die Autoren schlussfolgern, dass die Lokalisation eines Melanoms auf der Kopfhaut als starker prognostischer Faktor für einen tödlichen Ausgang gelten kann. Außerdem können nach dieser Studie Melanome mit einer Dicke von 0,80–1,00 mm als die gefährlicheren dünnen Läsionen gelten. Patienten mit diesen Merkmalen sollte eine besondere medizinische Aufmerksamkeit zuteilwerden. (am)