Gehirnerschütterungen beim Sport: Gestik hilft bei der Diagnose17. Dezember 2019 Foto: ©Alain Vermeulen – stcok.adobe.com Bei Kontaktsportarten kommt es häufig zu Gehirnerschütterungen, deren Diagnose nicht immer einfach ist. Eine aktuell publizierte Studie offenbart nun ein möglicherweise neues Diagnosekriterium. Danach unterscheiden sich die Gesten von SportlerInnen mit und ohne Gehirnerschütterung. Seit Christoph Kramers Blackout im Finale der Fußball-WM 2014 haben die Diskussionen über die Problematik von Gehirnerschütterungen im Sport zugenommen. Im Vordergrund steht dabei die korrekte Diagnose. Symptome nach sportbedingten Gehirnerschütterungen liegen häufig vor, sind jedoch nicht immer eindeutig. ForscherInnen der Abteilung Neurologie, Psychosomatik und Psychiatrie des Instituts für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule Köln konnten jetzt die Vermutung belegen, dass das nonverbale Verhalten beziehungsweise Gesten dabei helfen, zusätzliche Informationen über den Gesundheitszustand von AthletInnen zu gewinnen – insbesondere im Hinblick auf mögliche Symptome einer Gehirnerschütterung. Das Team um Dr. Ingo Helmich verglich in einer Studie die Gesten von SportlerInnen mit und ohne Gehirnerschütterung. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass symptomatische AthletInnen häufiger sogenannte Motion Quality Presentation Gestures ausführen; diese Gesten liefern Informationen zu den motorisch-sensorischen Erfahrungen eines Athleten oder einer Athletin in Bezug auf den Vorfall der Gehirnerschütterung. Dr. Ingo Helmich (r.) führt bei einem Probanden eine funktionale Nah-Infrarot Spektroskopie (fNIRS) durch. (Foto: DSHS Köln) Im Hinblick auf das nonverbale Verhalten beziehungsweise Gesten konnte die Studie eindeutige Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Gehirnerschütterung nachweisen. Im Sinne einer verbesserten Diagnostik können Gesten also als Verhaltensmarker von sportbedingten Gehirnerschütterungen eingesetzt werden, so die Interpretation der ForscherInnen. Originalpublikation: Helmich I et al.: Symptoms after sport-related concussions alter gestural functions. Journal of Science and Medicine in Sport, 3. Dezember 2019
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