Gemeinsamer Bundesauschuss verabschiedet Josef Hecken

Josef Hecken. Foto: G-BA

Die Plenumssitzung des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA) am 18. Juni war die letzte, die er leitete: Prof. Josef Hecken beendet auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit als unparteiischer Vorsitzender des G-BA zum 30. Juni 2026.

Der 1959 in Neuwied geborene Jurist bekleidete dieses Amt seit Juli 2012. Zuvor war er von 1991 bis 1998 Leiter des Ministerbüros im damaligen Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung. Später war er unter anderem Minister für Justiz, Gesundheit und Soziales des Saarlandes (2004 bis 2008) und Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2009 bis 2012).

Die Trägerorganisationen des G-BA verabschiedeten den langjährigen Vorsitzenden im Anschluss an das heutige Plenum und würdigten seine „herausragenden Leistungen“: Hecken habe in seiner Amtszeit als Vorsitzender des G-BA und des Innovationsausschusses das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung fachlich, aber auch persönlich maßgeblich geprägt. Durch sein engagiertes Wirken habe sich der G-BA zu einer Institution entwickelt, die nicht nur fachlich hoch kompetent und sorgfältig, sondern auch zügig, offen und sehr kommunikationsstark agiere.

Zum Erfolg verpflichtet

„Die Arbeit des G-BA hat sich in erster Linie am Ziel einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten zu orientieren – für dieses Primat hat Herr Professor Hecken wie kein anderer gestanden“, so Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. „Dieses Prinzip war für ihn stets leitend, auch wenn es darum ging, im Streitfall einen Interessensausgleich zwischen den Trägerorganisationen herbeizuführen.“ Hecken habe dem G-BA ein Gesicht und eine kraftvolle Stimme gegeben und seine Entscheidungen fachlich fundiert, empathisch und stets im Sinne der Sache getroffen.

„Unsere gemeinsame Klammer lässt sich in einem Satz zusammenfassen, den Herr Professor Hecken bereits zu Beginn seiner Amtszeit geäußert hat, nämlich, dass die gemeinsame Selbstverwaltung zum Erfolg verpflichtet sei. Nicht nur im Sinne einer qualitäts- und evidenzbasierten Versorgung, sondern auch, um allzu politisch motivierten Entscheidungen etwas entgegenzusetzen“, lobte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Stets habe Hecken „mit Vehemenz und Verve“ die Unabhängigkeit des G-BA gegen „politische Opportunität“ verteidigt.

Lob für Wertschätzung und Respekt

Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) dankte Hecken im Namen seiner Organisation für sein „großes Engagement“ als unparteiischer Vorsitzender. „Es war stets sein Anliegen, die gemeinsame Selbstverwaltung zusammenzuführen und einen fairen Interessensausgleich herzustellen. Im Mittelpunkt seines Wirkens standen aber die Patienten und unser solidarisches Gesundheitssystem. Auch dort, wo wir als Vertreter der Kliniken einmal nicht seiner Meinung waren oder er sich unseren Vorschlägen nicht anschließen konnte, war das Miteinander von gegenseitiger Wertschätzung und Respekt geprägt.“

Martin Hendges, Vorsitzender des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hob die „stets vertrauensvolle, fokussierte und von großem gegenseitigem Respekt geprägte Zusammenarbeit“ hervor. „Gemeinsam ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, die zahnmedizinische Versorgung in der GKV kontinuierlich weiterzuentwickeln und zukunftsfest aufzustellen. Als Vorsitzender des Unterausschusses Zahnärztliche Behandlung hat Herr Professor Hecken die wegweisende Richtlinie für eine präventionsorientierte Behandlung von Parodontitis und anderen Parodontalerkrankungen sowie die Versorgung vulnerabler Gruppen maßgeblich gestaltet. Seine Arbeit zeigt, was eine lösungs- und versorgungsorientierte Selbstverwaltung zum Wohle der Patientinnen und Patienten erreichen kann.“

(ms/BIERMANN)

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