Gemeinsamer Haushalt bleibt wichtiger Ort für Ansteckung mit SARS-CoV-219. November 2021 © Nelly Kovalchuk – stock.adobe.com (Symbolbild) Einer aktuellen Metaanalyse zufolge ist die private Umgebung von Haushalten immer noch ein wichtiger Ort der Übertragung von SARS-CoV-2. Neuere Studien hätten im Vergleich zu den frühesten Berichten höhere Schätzungen der sekundären Befallsrate (SAR) für SARS-CoV-2 ergeben, berichten die Forschenden. Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schreiben, habe eine zurückliegende systematische Überprüfung und Metaanalyse zur Übertragung von SARS-CoV-2 in Haushalten, in der 54 bis zum 19.10.2020 veröffentlichte Studien zusammengefasst wurden, eine sekundäre Befallsrate (SAR) insgesamt von 16,6% ergeben (95%-KI 14,0–19,3). Da sich aber das Verständnis der SAR für SARS-CoV-2 in Haushalten für SARS-CoV-2 weiterentwickele, sei eine Aktualisierung dieser Analyse erforderlich. Die Forschenden suchten daher in PubMed und den Referenzlisten geeigneter Publikationen nach Datensätzen, die im Zeitraum 20.10.2020–17.06.2021 veröffentlicht worden waren. Dabei gab es keine Einschränkungen hinsichtlich der Sprache der Veröffentlichung, dem Studiendesign sowie der Zeit oder des Ortes der Publikation. Auch als Preprints veröffentlichte Studien nahmen die Forschenden in ihre Auswertung auf. Eingeschlossen wurden Artikel mit Originaldaten, in denen über ≥2 der folgenden Faktoren berichtetet wurde: Anzahl der Haushaltskontakte mit Infektion, Gesamtzahl der Kontaktpersonen im Haushalt und SAR unter den Haushaltskontakten. Studien, in denen über die Prävalenz von Infektionen innerhalb eines Haushaltes (einschließlich Indexfällen) berichtetet wurde, in denen man bei Kontaktpersonen nur Antikörpertests durchführte und die Populationen umfassten, die sich mit denen einer anderen in die Auswertung eingeschlossenen Studie überschnitten, wurden nicht aufgenommen. Zur Gewinnung von SAR-Schätzungen und 95%-KIs führten die Autorinnen und Autoren Metaanalysen mit generalisierten linearen gemischten Modellen durch. Die Forschenden folgten den PRISMA-Empfehlungen zur Berichterstattung (Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Metaanalyses). Sie untersuchten die Gesamt-SARs für SARS-CoV-2 in Haushalten sowie die SAR nach Kovariaten (Alter der Kontaktpersonen, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit bzw. Abstammung, Komorbiditäten und Verhältnis; Alter der Indexfälle, Geschlecht, Symptomstatus, Fieber und Husten; Anzahl der Kontakte, Studienort und Virusvariante) und die SAR nach dem Zeitraum, in dem der Indexfall identifiziert wurde. Die Autorinnen und Autoren fanden insgesamt 2722 Datensätze (2710 Datensätze aus Datenbankrecherchen und 12 Datensätze aus den Referenzlisten geeigneter Artikel). Davon wurden 93 Volltextartikel zur Übertragung von SARS-CoV-2 innerhalb von Haushalten auf ihre Eignung geprüft und 37 Studien eingeschlossen. Diese 37 neuen Arbeiten wurden mit 50 der 54 Studien (veröffentlicht bis 19.10.2020) aus dem vorherigen Review kombiniert. Dabei schloss man 4 Studien aus Wuhan (China) aus, weil sich ihre Studienpopulationen mit einer anderen aktuellen Studie überschnitten. So kam es schließlich zu einer Gesamtzahl von 87 Arbeiten mit insgesamt 1.249.163 Haushaltskontakten aus 30 Ländern. Der geschätzte SAR-Wert der Haushalte für alle 87 Studien betrug 18,9% (95%-KI 16,2–22,0). Im Vergleich zu zwischen Januar und Februar 2020 veröffentlichten Arbeiten war die SAR für Studien aus dem Zeitraum Juli 2020 bis März 2021 höher (13,4%; 95%-KI 10,7–16,7 vs. 31,1%; 95%-KI 22,6–41,1). Die Ergebnisse der Subgruppenanalysen ähnelten denen aus einem vorherigen systematischen Review mit Metaanalyse. Allerdings war die SAR bei Kontaktpersonen mit Komorbiditäten (3 Studien; 50,0%; 95%-KI 41,4-58,6) höher als zuvor beobachtet. Die geschätzte Haushalts-SAR für die Variante B.1.1.7 betrug 24,5% (3 Studien; 95%-KI 10,9–46,2). Fazit Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass der Haushalt ein wichtiger Ort für eine Übertragung von SARS-CoV-2 bleibt. Neuere Studien haben im Vergleich zu den frühesten Berichten höhere Schätzungen der sekundären Befallsrate (SAR) für SARS-CoV-2 ergeben. (ac) Autoren: Madewell ZJ et al. Korrespondenz: Zachary J. Madewell; [email protected] Studie: Factors Associated With Household Transmission of SARS-CoV-2: An Updated Systematic Review and Meta-analysis Quelle: JAMA Netw Open 2021;4(8):e2122240. Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2021.22240
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