Genetische Marker für das Therapieansprechen bei Morbus Crohn25. März 2017 © nerthuz – fotolia.com Genetische Risiko-Allele können Aufschluss darüber geben, bei welchen Patienten mit Morbus Crohn sich ein primäres Nichtansprechen (PNR) bzw. ein dauerhaftes Ansprechen auf eine Anti-Tumornekrosefaktor(TNF)-Therapie zeigen wird. Wie die Autoren einer neuen Studie schreiben, handelt es sich bei 1/5 aller Crohn-Patienten um primäre Non-Responder in Bezug auf eine Anti-TNF-Therapie; bei geschätzten 10–15 % kommt es jährlich zu einem Therapieversagen. Über die genetischen Hintergründe des Ansprechens auf eine solche Behandlung wusste man bisher nur wenig. Die Studienautoren charakterisierten bei 427 Crohn-Patienten deren Ansprechen auf eine erste Anti-TNF-Therapie. Dabei wurden sie entsprechend eingeteilt in Patienten, die ein primäres Ansprechen, ein dauerhaftes Ansprechen oder ein nicht anhaltendes Ansprechen erreichten. Basis für diese Einstufung bildeten klinische, endoskopische und radiologische Kriterien. Die Wissenschaftler führten außerdem eine Gentypisierung mithilfe eines Illumina-Immunchips durch. Man berechnete des Weiteren separate Gen-Scores für PNR und dauerhaftes Ansprechen basierend auf dem Vorliegen prädiktiver Allele und verglich die Performance klinischer und genetischer Modelle. Ein PNR wurde schließlich bei 36 von 359 Patienten (10 %) gefunden, ein dauerhaftes Ansprechen bei 200 und ein nicht dauerhaftes Ansprechen bei 74. Patienten mit PNR waren den Beobachtungen zufolge länger erkrankt und mit höherer Wahrscheinlichkeit Raucher. Mit einem PNR wurden 15 Risiko-Allele in Verbindung gebracht. Patienten mit einem PNR besaßen einen signifikant höheren genetischen Risiko-Score (GRS; p=8×10-12). Ein kombiniertes klinisch-genetisches Modell sagte ein PNR mit höherer Genauigkeit voraus, wenn es mit einem rein klinischen Modell verglichen wurde (0,93 vs. 0,70; p<0,001). Ein dauerhaftes Ansprechen mit höherem GRS sagten 16 verschiedene Einzelnukleotid-Polymorphismen voraus (p=7×10-13). Die GRS für PNR und dauerhaftes Ansprechen korrelierten nicht miteinander, was auf unterschiedliche Mechanismen schließen lasse, so die Studienautoren. Autoren: Barber GE et al. Korrespondenz: Prof. Ashwin N. Ananthakrishnan, Massachusetts General Hospital Crohn’s and Colitis Center, 165 Cambridge Street, 9th Floor, Boston, MA 02114, USA; [email protected] Studie: Genetic Markers Predict Primary Non-Response and Durable Response To Anti-TNF Biologic Therapies in Crohn‘s Disease Quelle: Am J Gastroenterol 2016;111(12):1816–1822. Web: www.nature.com/ajg
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