Genforschung: Neue Erkenntnisse zum Schweinevirus PRRS6. Juli 2023 DNA-Molekül unter dem Mikroskop. Generiert mit KI (Symbolbild) Foto: © ver0nicka – stock.adobe.com Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien liefert neues Wissen zur Genexpression nach einer PRRS-Infektion. Ein besseres Verständnis der Immunantworten kann zur Entwicklung wirksamer Impfstoffe und zum Schutz vor der Erkrankung beitragen. Das RNA-Virus PRRS (Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome) verursacht bei Schweinen leichte bis schwere klinische Symptome der Atemwege und der Fortpflanzung. Das Problem: Eine Veränderung der Immunantwort des Wirts durch PRRS ist mit einer erhöhten Anfälligkeit für sekundäre virale und bakterielle Infektionen verbunden, was zu noch schwerwiegenderen Erkrankungen führt. Allerdings sind die Expressionsprofile, die den angeborenen und adaptiven Immunantworten auf eine PRRS-Infektion zugrunde liegen, bisher noch weitgehend unbekannt.Wichtiger Beitrag zur Entwicklung von ImpfstoffenIn ihrer Studie untersuchte das Wissenschaftsteam der Vetmeduni um Studien-Erstautor Emil Lagumdzic vom Institut für Immunologie und Studien-Letztautor Armin Saalmüller, Leiter des Instituts für Immunologie, deshalb die Genexpressionsprofile von PBMC-Blutzellen und CD8+-T-Zellen nach einer PRRS-Infektion. „Die umfangreichen Transkriptomdaten helfen, die Gensignaturen der Immunantwort von PBMCs und CD8+-T-Zellen nach einer PRRS-Infektion zu erklären. Darüber hinaus liefert unsere Studie potenzielle Biomarker-Ziele, die für die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika nützlich sind“, erklärt Emil Lagumdzic. Bereits vor Veröffentlichung der Studie holte sich Emil Lagumdzic für seine Arbeit den renommierten PRRS-Forschungspreis 2022 von Boehringer-Ingelheim. Das Pharmaunternehmen vergibt jährlich drei Awards, um praktische Methoden zur Kontrolle des PRRSV zu unterstützen und die wissenschaftliche Expertise zu stärken. Die GewinnerInnen werden von einer unabhängigen Jury aus Mitgliedern der gesamten Schweinepraxis und Wissenschaft gewählt.PRRS – gefährliche Viruserkrankung von Schweinen mit hohem wirtschaftlichem SchadenPRRS trat in Europa und den USA erstmals in den späten 1980er Jahren auf. Mit der Krankheit sind für die Schweinezucht hohe Kosten in Milliardenhöhe verbunden. Zur Eindämmung des Virus sollen neben Impfungen neuartige, praxisnahe Methoden zum Schutz vor PRRS beitragen.
Mehr erfahren zu: "Warum Hühner so viele Farben haben" Warum Hühner so viele Farben haben Ob schneeweiß, tiefschwarz oder goldbraun – die Gefiederfarben von Haushühnern sind so vielfältig wie kaum bei einem anderen Nutztier. Warum das so ist, erklärt eine neue internationale Studie mit maßgeblicher […]
Mehr erfahren zu: "Kynologie: Revolutionieren Touchscreens die Verhaltensforschung?" Kynologie: Revolutionieren Touchscreens die Verhaltensforschung? Sind Hunde klug genug, um mit einem Touchscreen umzugehen? Ja, wie eine kürzlich veröffentlichte Studie des Konrad-Lorenz-Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Veterinärmedizinischen Universität Wien belegt.
Mehr erfahren zu: "Für mehr Diversität: Totholz und Lücken im Wald zulassen" Für mehr Diversität: Totholz und Lücken im Wald zulassen Chaoten wussten es schon immer: Unordnung bringt mehr Leben. Eine neue Studie zeigt, dass Vögel und Fledermäuse im Wald positiv, aber unterschiedlich darauf reagieren. Die Studie aus dem Biozentrum der […]