Gentest zur Bestimmung des Vorhofflimmer-Risikos?18. Juli 2024 Symbolbild: ©Artem/stock.adobe.com Die Gene beeinflussen das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, wie eine groß angelegte genetische Untersuchung in „JAMA Cardiology“ zeigt. Dies könnte Personen unter Risiko identifizieren und zu einer präziseren Behandlung führen. Forscher der Universität Kopenhagen und des Rigshospitalet (Dänemark) haben untersucht, welche Rolle die Genetik bei der Entstehung von Vorhofflimmern spielt. Dazu haben sie einen genetischen Risikoscore für Vorhofflimmern auf mehr als 400.000 Personen aus der internationalen UK Biobank angewandt. „Wir können feststellen, dass Personen mit einem hohen genetischen Risikoscore für Vorhofflimmern ein deutlich erhöhtes Risiko haben, die Krankheit zu entwickeln – vor allem, wenn sie auch klassische Risikofaktoren für Vorhofflimmern wie Bluthochdruck und Fettleibigkeit aufweisen“, sagt Erstautor Dr. Oliver Bundgaard Vad. Der genetische Risikoscore basiert auf der Kenntnis von genetischen Variationen, die auf eine Veranlagung für Vorhofflimmern hindeuten. Einige Variationen erhöhen das Risiko leicht, andere senken es. Mithilfe von Computerberechnungen konnten die Forscher die Bedeutung dieser häufigen Variationen untersuchen und die genetische Gesamtveranlagung eines jeden Menschen für Vorhofflimmern berechnen. Genetische Veränderungen erhöhen das Risiko für Vorhofflimmern Die Forscher untersuchten auch die Auswirkungen seltener genetischer Veränderungen in fast 18.000 verschiedenen Genen. Sie identifizierten sechs Gene, bei denen genetische Veränderungen das Risiko einer Person, an Vorhofflimmern zu erkranken, erheblich zu beeinflussen scheinen. Etwa ein Prozent der Teilnehmer waren Träger solcher seltenen genetischen Veränderungen in einem dieser Gene. In Verbindung mit ihrem genetischen Gesamtrisiko könnte dies ihr Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, deutlich erhöhen. „Wenn man sowohl einen hohen genetischen Gesamtwert als auch Veränderungen in einem der identifizierten Gene hat, scheint das Risiko, Vorhofflimmern zu entwickeln, fast fünfmal so hoch zu sein wie üblich“, sagt Prof. Morten Salling Olesen von der Universität Kopenhagen. Er betont aber auch, dass die identifizierten genetischen Veränderungen nur bei einem sehr kleinen Prozentsatz der Bevölkerung vorkommen und daher für Personen, die unter Vorhofflimmern leiden, kein Grund zur Sorge sein sollten. Bessere und präzisere Behandlung Gentests sind derzeit nicht Teil des Diagnoseverfahrens oder der Behandlung von Vorhofflimmern. Die Forscher hoffen jedoch, dass die neue Studie letztendlich zu einer besseren Behandlung und einem besseren Verständnis der Krankheit führen wird. „Viele Menschen leiden an Vorhofflimmern. Wenn wir durch genetische Erkenntnisse herausfinden können, wer die Krankheit entwickelt und warum, können wir vielleicht auch eine präzisere Behandlung entwickeln und diejenigen, die ein hohes Risiko haben, frühzeitig identifizieren und so Fälle von Vorhofflimmern verhindern“, verdeutlicht Bundgaard Vad.
Mehr erfahren zu: "Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen" Chirurgieverband zu den Hybrid-DRG-Neuerungen: Ambulantisierung kann so nicht gelingen Der Berufsverband der Deutschen Chirurgie (BDC) befürchtet, dass mit der jetzigen Ausgestaltung der Hybrid(H)-DRGs das angestrebte Ziel der Ambulantisierung nicht erreicht werden kann. Er fordert daher eine sachgerechte Refinanzierung vor […]
Mehr erfahren zu: "Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen" Extreme Tierarten als Schlüssel für Erkrankungen des Menschen Zahlreiche Tiere leben in extremen Umgebungen und haben ihren Stoffwechsel entsprechend angepasst. Wissenschaftler zeigen nun, dass sich aus diesem Wissen Lösungen entwickeln lassen könnten, die gegen Erkrankungen beim Menschen helfen. […]
Mehr erfahren zu: "DEGAM begrüßt Gesetzesinitiative zur Zuckersteuer" DEGAM begrüßt Gesetzesinitiative zur Zuckersteuer Schleswig-Holstein kündigte Pläne für eine bundesweite Zuckersteuer an. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) begrüßt die Initiative.