GERD bei Säuglingen: Säurehemmende Medikamente ohne klinische Wirksamkeit29. Dezember 2023 Bei Säuglingen ist ein gastroösophagealer Reflux sehr häufig. (Foto: © pikovit – stock.adobe.com) Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten (H2RA) werden bei Neugeborenen und Säuglingen häufig zur Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) eingesetzt, insbesondere auf neonatalen Intensivstationen. Ein Reviewbeitrag in „Pediatric Drugs“ zeigt nun, dass diese Medikamente mit einem potenziell erhöhten Risiko für Allergien, anaphylaktische Reaktionen und Infektionen einhergehen. Um die Wirksamkeit und Sicherheit von H2RA und PPI bei Frühgeborenen, Neugeborenen und Säuglingen zu bewerten, analysierten die Autoren die Ergebnisse von 27 Studien zu dieser Fragestellung. Studien mit säurehemmenden Medikamenten zeigten zwar durchweg positive pharmakodynamische Wirkungen, darunter die Erhöhung des Magen-pH-Wertes, die Verringerung des Reflux-Indexes und ein Rückgang der Refluxereignisse. Der in placebokontrollierten Studien gefundene Nutzen beschränkte sich allerdings ausschließlich auf diese Surrogat-parameter. Bei klinischen Outcomes wie Reizbarkeit, Fütterungstoleranz und Gewichtszunahme zeigte sich durchweg keine Verbesserung. H2RAs und PPIs schienen von Neugeborenen und Säuglingen sehr gut vertragen zu werden, was sich mit den Erfahrungen der Autoren mit diesen Medikamenten deckte. Die verfügbaren Daten aus großen, retrospektiven Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien deuten den Forschenden zufolge jedoch auf ein potenziell erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Allergien, anaphylaktischen Reaktionen, nekrotisierender Enterokolitis (NEC), anderen nosokomialen Infektionen und Infektionen der unteren Atemwege hin. „Angesichts der Risiken und der mangelnden klinischen Wirksamkeit von H2RAs und PPIs sollte der Einsatz dieser Medikamente auf bestimmte klinische Situationen beschränkt werden“, appellieren die Autoren deshalb. Weitere Studien seien erforderlich, um festzustellen, ob eine pharmakologische Therapie mit Antazida bestimmten Neugeborenen und Säuglingen, z. B. solchen mit komplexen medizinischen Problemen, zugutekommen könnte. (ej)
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