Geringe kumulative Inzidenz von Behandlung und Metastasierung solitärer kleiner Nierentumoren

Die aktive Überwachung von kleinen Nierentumoren bis zu 4 cm scheint eine sichere Behandlungsoption zu sein. Symbolbild: Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com

Bei Patienten, die sich für eine aktive Überwachung (AS) eines solitären kleinen Nierentumors (small renal mass, SRM) entscheiden, ist die kumulative Inzidenz lokaler Behandlungen und Metastasierung nach 5 Jahren gering.

Darüber berichtet ein Forscherteam der University of Ottawa in einer aktuellen Publikation in der Fachzeitschrift „Journal of Urology“. Das Ergebnis beweise, dass die AS bei diesen Patienten ein sicherer erster Behandlungsansatz sei.

Ziel der Studie war es, die Häufigkeit der lokalen Behandlung und die Häufigkeit von Metastasen bei Patienten mit einem SRM ≤4 cm zu ermitteln, die eine AS begannen. In die Studie wurden Patienten mit einem SRM ≤4 cm eingeschlossen, die zwischen Januar 2011 und Januar 2023 im kanadischen Nierenkrebs-Informationssystem erfasst wurden und sich für eine AS entschieden hatten.

Der primäre Endpunkt war das lokale Therapieversagen, das erreicht war, wenn der Patient nach Beginn der AS eine definitive lokale Therapie erhielt. Zu den sekundären Endpunkten zählten die Progression der Wachstumsrate (>0,5 cm/Jahr), die Progression der Größe (>4 cm) und die kombinierte Progression (entweder Progression der Größe oder der Wachstumsrate) sowie die Entwicklung von Metastasen.

Das kanadische Informationssystem für Nierenkrebs umfasste 1393 Patienten, die während des Studienzeitraums aufgrund eines SRM ≤4 cm eine AS begannen. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,0 Jahren (95%-Konfidenzintervall [KI] 9 2,1–6,4) erhielten 238 Patienten eine lokale Behandlung, davon 195 eine nierenerhaltende Therapie. Die kumulative Inzidenz der Behandlung nach 2 bzw. 5 Jahren betrug 8,4% (95%-KI 6,9–10) bzw. 21% (95%-KI 19–24). Bei 29 Patienten traten Metastasen auf.

Die Anteil von Metastasen nach 2 bzw. 5 Jahren lag bei 0,67% (95%-KI 0,32–1,3) bzw. 2,3% (95 %-KI 1,5–3,5). Von den 29 Patienten, bei denen Metastasen auftraten, zeigten 23 eine Progression, die anhand von Größen- oder Wachstumsraten-Grenzwerten beurteilt wurde, und 7 hatten vor der Feststellung der Metastasen eine lokale Behandlung mit kurativer Absicht erhalten.

(ri/ms)