Hodenkrebs: Status zirkulierender Tumor-DNA mit hoher Aussagekraft für das Überleben nach Therapie23. Februar 2026 Symbolbild: totojang1977 – stock.adobe.com US-Wissenschaftler haben den klinischen Nutzen von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) bei Patienten mit Hodenkrebs untersucht. Das Ergebnis: Der ctDNA-Status im Fenster minimaler Resterkrankung (minimal residual disease, MRD) nach der Therapie sagte das Überleben nach Orchiektomie und retroperitonealer Lymphknotendissektion (RPLND) voraus. War im MRD-Fenster nach der Therapie keine ctDNA nachweisbar, so hatte dieser Befund einen hohen negativ-prädiktiven Wert (NPV) im Vergleich zu bildgebenden Verfahren bei Erkrankungen im klinischen Stadium (CS) I. Für ihre Forschungsarbeit erstellten der Urologe Reuben Ben-David und seine Kollegen von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York prospektiv longitudiunale tumorbezogene ctDNA-Analysen von konsekutiven Patienten im Zeitraum 2022–2023. Die Signatur für die ctDNA-Analyse wurde aus dem Orchiektomie- oder dem RPLND-Präparat bereitgestellt. Das MRD-Fenster definierten die Wissenschaftler als die ersten 90 Tage nach Orchiektomie oder RPLND. Mittels der Kaplan-Meier-Methode analysierten sie das ereignisfreie Überleben (EFS) und das rezidivfreie Überleben (RFS). Insgesamt unterzogen sich 60 Patienten mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 18 Monaten (IQR 13–23 Monate) 287 ctDNA-Analysen; 45 Prozent wiesen ein Seminom auf. Bei der initialen Stadieneinteilung befanden sich 65 Prozent im CS I, 20 Prozent im CS II, 3,3 Prozent im CS III und zehn Prozent im CS IS. Nach der Orchiektomie war bei 80 Prozent der Patienten keine ctDNA nachweisbar. Patienten ohne nachweisbare ctDNA im MRD-Fenster zeigten ein signifikant besseres EFS im Vergleich zu Patienten mit nachweisbarer ctDNA. Dies gilt für das EFS sowohl nach drei Monaten (100% vs. 25% [95%-Konfidenzintervall {KI} 7,5–83]) als auch nach zwölf Monaten (91% [95%-KI 79–100] vs. 13% [95%-KI 2–78]). Bei Patienten mit CS I war der Befund nicht nachweisbarer MRD-ctDNA mit einem RFS von 88 Prozent nach 18 Monaten assoziiert. Negativ-prädiktiver Wert über 90 Prozent Für die diagnostische Aussagekraft der ctDNA für CS I pro Patient errechneten die Wissenschaftler im Vergleich zu bildgebenden Verfahren folgende Werte: Sensitivität 33,3 Prozent, Spezifität 93,5 Prozent, positiv-prädiktiver Wert 33,3 Prozent und NPV 93,5 Prozent. Nachweisbare ctDNA vor der RPLND korrelierte vollständig mit dem Vorhandensein eines Tumors, während nicht nachweisbare ctDNA einer gutartigen Histologie oder einem Teratom in der pathologischen Befundung entsprach. War keine RPLND-ctDNA im MRD nachweisbar, so war dies mit einem besseren Neun-Monats-RFS im Vergleich zu nachweisbarer ctDNA assoziiert (100% vs. 25% [95%-KI 5–100]). (ms/BIERMANN)
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