Geringeres Risiko für Erdnussallergie: Konsum während der Stillzeit plus früher Erstkontakt21. August 2018 Foto: Erdnussbutter und Erdnüsse © juliasudnitskaya – fotolia.com Die Prävalenz der Erdnussallergie bei Kindern in industrialisierten Ländern hat in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen und beträgt derzeit 1 bis 3 %. Verschiedene Untersuchungen haben zu dem Ergebnis geführt, dass die Vermeidung des Konsums von Erdnüssen während der Kindheit das Risiko einer Erdnussallergie erhöht. In einer neueren Studie haben kanadische Allergologen den Zusammenhang zwischen dem Erdnusskonsum von Müttern während der Stillzeit, dem Erstkontakt mit Erdnüssen sowie einer Sensibilisierung der Kinder auf Erdnüsse im Alter von 7 Jahren untersucht. Dazu unternahmen sie eine zweite, geschachtelte Kohortenanalyse aus der 1995 durchgeführten Interventionsstudie „Canadian Asthma Primary Prevention study“. Stillen sowie der Erdnusskonsum seitens der Mutter und des Kindes wurden durch mehrfach während der Kindheit auszufüllende Fragebögen erfasst. Der Pricktest auf Erdnussallergie wurde im Alter von 7 Jahren durchgeführt. Erdnüsse wurden von 58,2 % der Mütter während der Stillzeit konsumiert; 22,5 % der Mütter gaben ihren Kindern im ersten Lebensjahr Erdnüsse zum Verzehr. Im Alter von 7 Jahren waren 7,4 % der Kinder auf Erdnüsse sensibilisiert. Die niedrigste Inzidenz (1,7 %) wurde unter den Kindern festgestellt, deren Mütter Erdnüsse während der Stillzeit aßen und ihren Kindern im Lebensjahr die Hülsenfrüchte zu essen gaben. Die Inzidenz war signifikant höher, wenn die Mütter während der Stillzeit Erdnüsse zu sich nahmen, aber im ersten Lebensjahr des Kindes diesem den Konsum von Erdnüssen versagten (15,1 %) oder wenn die Mütter selbst Erdnüsse mieden, dem Kind jedoch im ersten Lebensjahr Erdnüsse zum Verzehr gaben (17,6 %). Die Interaktionsanalyse von Studiengruppe und dem Vorliegen von Atopien mütterlicherseits bestätigte, dass eine Kombination aus Erdnusskonsum während der Stillzeit seitens der Mutter und einem frühzeitigen Erdnusskonsum seitens des Kindes einen protektiven Effekt mit sich führt, während die isolierte Exposition mit einem erhöhten Risiko für Erdnussallergie einhergeht.
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