Geruchssinn trägt wesentlich zur Entwicklung der kognitiv relevanten neuronalen Netzwerke bei5. Februar 2019 Foto: © Axel Kock – Fotolia.com Forschende des Universitätsklinkums Hamburg-Eppendorf publizieren zur Rolle des Geruchssinns auf die Entwicklung des Gehirns. Der Einfluss sensorischer Stimuli auf die Ausbildung und Reifung kognitiv relevanter neuronaler Netzwerke wurde bisher weitgehend unterschätzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Neuroanatomie des UKE haben herausgefunden, dass der Geruchssinn eine zentrale Rolle bei der Entwicklung neuronaler Netzwerke spielt. Ihre Ergebnisse wurden jetzt im internationalen Fachmagazin PLOS Biology veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Chemosensorik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ist es Prof. Dr. Ileana Hanganu-Opatz und ihrem Forschungsteam des Instituts für Neuroanatomie des UKE gelungen, die Bedeutung früher sensorischer Reize für die Entwicklung weitreichender Kommunikation zu entschlüsseln. Kognitive Prozesse im Erwachsenenalter setzen voraus, dass zahlreiche Hirnregionen durch elektrische Aktivität von Nervenzellen miteinander kommunizieren und Netzwerke bilden. Die Entstehungsmechanismen dieser Netzwerke um die Geburt herum bleiben jedoch weitgehend unbekannt. Jetzt fanden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heraus, dass Geruchsreize eine Aktivierung des entorhinalen Cortex anstoßen, der als „Torwächter“ die kognitiv relevanten neuronale Netzwerke steuert. Sowohl eine Blockade als auch eine Überstimulation des Geruchssinns während der frühen Entwicklung des Gehirns führt zu einer fehlerhaften Kommunikation zwischen den Hirnregionen. Diese neuen Erkenntnisse helfen nach Ansicht der Forscherinnen und Forscher zu verstehen, wie groß die Bedeutung sensorischer Erfahrungen in der frühen Kindheit später für die Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfähigkeiten im Erwachsenenalter ist.
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