Geschlechtsangleichende Hormontherapie mit Progesteron fördert Brustwachstum

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Bei transgender Frauen, die sich einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie unterziehen, kann die zusätzliche Gabe von Progesteron das Brustwachstum verstärken, wie eine neue Studie andeutet. Die Behandlung könnte die Zufriedenheit der Patientinnen erhöhen und die Notwendigkeit für Operationen reduzieren.

Eine geschlechtsangleichende Hormontherapie kann transgender Personen dabei helfen, sich und ihre Körper besser an ihre Geschlechtsidentität anzupassen. Bei der feminisierenden Hormontherapie wird die Wirkung von Testosteron blockiert und Östradiol zugesetzt. Klassischerweise ist das Brustwachstum unter dieser Therapie beschränkt, was viele trans* Frauen letztendlich zu einer operativen Brustvergrößerung veranlasst.

Progesteron sicher und wirksam

Eine Studie unter der Leitung des Amsterdam University Medical Center (UMC) hat nun ergeben, dass die Ergänzung der geschlechtsangleichenden Hormontherapie um Progesteron das Brustwachstum verstärken kann. Die Ergebnisse wurden am 5. September auf dem Jahreskongress der European Professional Association for Transgender Health (EPATH) in Hamburg vorgestellt.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Progesteron für trans* Personen sicher und wirksam ist. Wir können es nun im Rahmen einer Studie für diejenigen verschreiben, die seit mindestens einem Jahr Östradiol einnehmen. Wir hoffen, dass unsere Erkenntnisse zu einer besseren Hormonbehandlung für diese Menschen führen“, erklärt Dr. Koen Dreijerink, Endokrinologe am Amsterdamer UMC.

Bis zu 37 Prozent mehr Brustvolumen

Neben Östradiol ist Progesteron eines der beiden wichtigsten weiblichen Sexualhormone, dass bekannterweise auch bei Cis-Frauen das Brustwachstum fördert. Transgender Personen wurde Progesteron jedoch bislang aufgrund fehlender Belege für seine Wirksamkeit und Sicherheit nicht verschrieben. Um mehr Informationen über die Wirkung von Progesteron auf das Brustvolumen und die Sicherheit von Progesteron zu erhalten, führten Dreijerink und seine Kollegen zwischen 2021 und 2024 eine randomisierte kontrollierte Studie durch.

„Bei unseren 90 Teilnehmerinnen haben wir wiederholt 3D-Scans zur Messung des Brustvolumens eingesetzt und eine Zunahme von bis zu 37 Prozent festgestellt. Entscheidend war auch, dass die Studienteilnehmerinnen mit Größe, Form und Wachstum ihrer Brüste zufriedener waren“, ergänzt Raya Geels, Doktorandin am Amsterdam UMC und Erstautorin der Studie.

Weitere Forschung zu Langzeit- und Nebenwirkungen

Der größte Anstieg war in der Gruppe zu verzeichnen, die auch ihre Östradiol-Dosis erhöhte, was allerdings mit einigen häufigen Nebenwirkungen wie kurzzeitiger Müdigkeit, Brust- und Brustwarzenempfindlichkeit sowie Stimmungsschwankungen einherging.

Ziel der Forschungsarbeit ist weiterhin, die Wirkung von Progesteron in dieser Personengruppe zu untersuchen und zusätzliche Daten zu generieren. In der aktuellen Studie nahmen die Teilnehmerinnen das Progesteron ein Jahr lang ein.

„Indem wir das Hormon nun in diesem Forschungskontext verschreiben, können wir mehr über die Langzeitwirkungen und Nebenwirkungen erfahren. Wir wissen beispielsweise, dass Progesteron Schläfrigkeit verursacht, deshalb rieten wir unseren Teilnehmerinnen, es vor dem Schlafengehen einzunehmen“, fügt Dreijerink hinzu. „Es ist wichtig, dass wir weiterhin die Auswirkungen einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie erforschen.“

(mkl/BIERMANN)