Gesellschaft für Phytotherapie informiert zu Antibiotika-Alternativen bei Harnwegsinfekten15. März 2022 Harnwegsinfekt? Es muss nicht immer ein Antibiotikum sein. Foto: Sasun Bughdarya/Unsplash Die Gesellschaft für Phytotherapie e.V. bietet am 30.03.2022 von 18.00 bis 20.00 Uhr eine kostenfreie Online-Fortbildung an, bei der sie den neuesten Stand der Forschung und Praxis zu pflanzlichen Therapien bei Harnwegsinfekten vermitteln möchte. Weil die Eskalation eines Blaseninfektes in die Nieren gefürchtet ist, gab es früher reflexhaft für eine eher harmlose, aber unangenehme Infektion ein Antibiotikum. Das soll seit etwa 10 Jahren besser überlegt werden, wie viele Fachgesellschaften und Leitlinien fordern. Harnwegsinfekte verursachen bei uns etwa 20-30% des Antibiotika-Verbrauchs. Doch was tun? Die meisten Empfehlungen beschränken sich auf symptomatische Therapien wie Ruhe, viel Trinken und bei Schmerzen Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen. In der Phytotherapie gibt man sich damit nicht zufrieden. Zahlreiche Arzneipflanzen werden seit jeher für diese Situation genutzt. Erst seit wenigen Jahren versteht man besser, wie pflanzliche Extrakte den meist bakteriellen Erregern auf den Leib rücken können, zum Beispiel indem sie Biofilme verhindern oder auflösen, die sich in den Harnwegen besonders leicht ausbilden. Die Bakterien verschanzen sich sozusagen in dichten Kolonien. Auch das biochemische Milieu des Harns kann durch Pflanzenextrakte und Lebensmittelanteile günstig bezüglich Infektverhinderung beeinflusst werden. In randomisierten Studien haben ausgewählte Präparate bereits ähnlich gute Ergebnisse wie Standard-Antibiotika bezüglich Rückbildung der Beschwerden erzielen können. In der Online-Fortbildung der Gesellschaft für Phytotherapie, die sich an medizinische Fachkräfte und interessierte Laien richtet, stehen folgende Fragen im Fokus: Wie funktionieren Phytotherapeutika bei Harnwegsinfekten? Welche Phytotherapeutika sind geeignet? Welche Bedeutung hat die Phytotherapie in der Versorgung? Referenten sind Prof. Andreas Hensel, Direktor des Institutes für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie der Universität Münster, Prof. Detmar Jobs, Hausarzt in Bonn-Beuel und Lehrbeauftragter für Pharmakologie (Universität Bonn) und Allgemeinmedizin (Universität Witten-Herdecke) sowie der Pharmazeut Dr. Mathias Schmidt, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates der Gesellschaft für Phytotherapie. (Gesellschaft für Phytotherapie / ms)
Mehr erfahren zu: "Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung" Kinderwunschbehandlung in Thüringen: Sozialministerium informiert über finanzielle Unterstützung Wenn der Kinderwunsch groß ist, sich aber nicht erfüllt, kann in manchen Fällen nachgeholfen werden. Wie Thüringer Paare dafür einen Zuschuss bekommen können und warum der Staat das überhaupt macht.
Mehr erfahren zu: "Immunantwort nach Organtransplantationen: Forschungskooperation will extrakorporale Photopherese weiterentwickeln" Immunantwort nach Organtransplantationen: Forschungskooperation will extrakorporale Photopherese weiterentwickeln Die Medizinische Universität Wien (Österreich) und das Unternehmen Therakos haben eine langfristige Forschungspartnerschaft zur Weiterentwicklung der extrakorporalen Photopherese (ECP) bei der Transplantation solider Organe gestartet.
Mehr erfahren zu: "Transplantationsmediziner zur Widerspruchslösung: Ist es ethisch, eine Versorgungslücke offen zu lassen?" Transplantationsmediziner zur Widerspruchslösung: Ist es ethisch, eine Versorgungslücke offen zu lassen? Angesichts leicht gestiegener Organspendezahlen betont die Deutsche Transplantationsgesellschaft (DTG) den weiterhin ungedeckten Bedarf an transplantablen Organen für schwer kranke Menschen. „Warum tun wir uns in Deutschland so schwer mit der […]