Gesteigerte Mortalität bei Operationen nach SARS-CoV-2-Infektion29. Juni 2021 © famveldman – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine im März 2021 in „Anaesthesia“ veröffentlichte Studie zeigt, dass die Mortalität nach einem chirurgischen Eingriff in den ersten 6 Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion signifikant erhöht ist, unabhängig von einer anhaltenden Erkrankungssymptomatik. Das Forschungsnetzwerk COVIDSurg unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universität Birmingham hat hierzu im Oktober 2020 die Daten von 140.727 Personen aus 1674 Kliniken in insgesamt 116 Ländern erhoben und ausgewertet, die sich einer elektiven oder Notoperation unterzogen. Chirurgische Patienten mit präoperativer SARS-CoV-2-Infektion (n=3127; 2,2%) wurden mit solchen ohne vorherige SARS-CoV-2-Infektion verglichen. Das primäre Ergebnismaß war die postoperative 30-Tage-Mortalität. Mithilfe von logistischen Regressionsmodellen wurden die bereinigten 30-Tage-Mortalitätsraten stratifiziert nach der Zeit von der Diagnose der SARS-CoV-2-Infektion bis zur Operation berechnet. Die Patientengruppe ohne eine vorhergehende SARS-CoV-2-Infektion wies eine bereinigte 30-Tage-Mortalität von 1,5% (95%-KI 1,4–1,5) auf. Bei Patienten mit einer präoperativen SARS-CoV-2-Diagnose war die Mortalität, stratifiziert nach der Zeit von der Diagnose der SARS-CoV-2-Infektion bis zur Operation, innerhalb von 0–2 Wochen (OR 4,1; 95%-KI 3,3–4,8), 3–4 Wochen (OR 3,9; 95%-KI 2,6–5,1) und 5–6 Wochen (OR 3,6; 95%-KI 2,0–5,2) erhöht. Eine Operation, die ≥7 Wochen nach der SARS-CoV-2-Diagnose durchgeführt wurde, scheint jedoch nicht mehr mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden zu sein (OR 1,5; 95%-KI 0,9–2,1). Patienten mit anhaltenden COVID-19-Symptomen hatten jedoch auch über diesen Zeitraum hinaus ein erhöhtes Risiko, infolge einer Operation zu versterben (6,0%; 95%-KI 3,2–8,7) im Vergleich zu Patienten, deren Symptome abgeklungen (2,4%; 95%-KI 1,4–3,4) oder die asymptomatisch waren (1,3%; 95%-KI 0,6–2,0). Fazit Das Forschungsteam rät, elektive Operationen nach SARS-CoV-2-Infektion um ≥7 Wochen zu verschieben bzw. abzuwarten, bis entsprechende COVID-19-Symptome abgeklungen sind – jedoch immer unter Berücksichtigung des individuellen Nutzen-Risiko-Profils. (ah) Autoren: COVIDSurg Collaborative; GlobalSurg Collaborative Korrespondenz: [email protected] Studie: Timing of surgery following SARS-CoV-2 infection: an international prospective cohort study Quelle: Anaesthesia 2021;76(6):748–758. Web: https://doi.org/10.1111/anae.15458
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