Gestörte Wundheilung: Einsatz von Stammzellderivaten8. Juni 2020 ©CrazyCloud – stock.adobe.com Gestörte Wundheilung stellt für Ärzte wie auch Forscher seit jeher ein hartnäckiges Problem dar und ist für Betroffene eine enorme Belastung, sowohl physisch als auch finanziell. Wundheilungsstörungen sind – insbesondere an exponierten Körperstellen – auch ein ästhetisches Problem und können zu einer Schwächung der Hautbarriere führen, zu Gewebeinfektionen und Nekrosen sowie weiteren lokalen und systemischen Folgewirkungen. Es gebe, so die Autoren der vorliegenden Studie, eine dringende Notwendigkeit zur Entwicklung neuer, effektiverer Methoden, um Heilungsprozesse zu einem optimalen Ergebnis zu führen, morphologisch wie auch funktional.Neueste Entwicklungen fokussierten auf die Entwicklung von Therapien, die Geweberegeneration durch Aktivierung der Mechanismen der Wundheilung voranzutreiben.Angesichts der Zunahme hochqualitativer Studien, die den Einsatz von Exosomen aus Stammzellen des menschlichem Fettgewebes thematisieren (exosomes derived from adipose-derived stem cells, ADCS-Exos), kam es in den letzten Jahren zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für diese Möglichkeit der Wundheilung.In einem aktuell in „Journal of Cosmetic Dermatology“ publizierten Review präsentieren die Autoren einen Überblick zu den Vorteilen des Einsatzes von ADCS-Exos bei der kutanen Wundheilung und Geweberegeneration. Die Autoren wollen mit ihrer Arbeit eine Perspektive schaffen, wie diese hochwirksame Therapieoption zukünftig am besten eingesetzt werden kann. Die meisten Studien, schreiben die Autoren, haben gezeigt, wie ADCS-Exos bei der kutanen Wundheilung eingreifen können: durch Regulation der Entzündungsreaktion, Promotion der Zellproliferation, Zell-migration und -differenzierung, durch Angiogenese und Rekonstruktion der Matrix.Die Autoren kommen zu der Schlussfolgerung, dass es durch den Einsatz von ADCS-Exos bei gestörter Wundheilung zu den besten funktionellen wie auch kosmetischen Behandlungsergebnissen kommt, und das bei Vermeidung unerwünschter Folgewirkungen.ADCS-Exos repräsentierten daher einen neuartigen therapeutischen Ansatz zur Weichgewebeheilung. Nichtsdestotrotz bedürfe es zukünftig randomisierter, doppel-blinder und randomisierter klinischer Studien, um die spezifischen Mechanismen sowie die Sicherheit dieses Behandlungsansatzes besser definieren zu können. (am)
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