Gesundheitszustand COVID-19-Überlebender nach einem Jahr25. November 2021 © Racle Fotodesign – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer aktuellen Veröffentlichung haben deren Autorinnen und Autoren zwar beobachtet, dass die meisten COVID-19-Überlebenden sich im Laufe von 12 Monaten körperlich und funktionell gut erholten und ihre Arbeit und ihr altes Leben wieder aufnahmen – jedoch war ihr Gesundheitszustand immer noch schlechter als der einer Kontrollpopulation. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten eine bidirektionale Kohortenstudie mit COVID-19-Überlebenden durchgeführt, die im Zeitraum 07.01.–29.05.2020 aus dem Jin Yin-tan-Krankenhaus in Wuhan (China) entlassen worden waren. Die Teilnehmenden wurden nach 6 und nach 12 Monaten nachuntersucht und füllten dabei auch Fragebögen aus. Insgesamt nahmen 1276 COVID-19-Überlebende (medianes Alter 59 Jahre [IQR 49,0–67,0); 681 [53%] Männer an beiden Untersuchungen teil. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 185,0 Tage (IQR 175,0–198,0) für die Nachuntersuchung 6 Monate nach Auftreten der Symptome und 349,0 Tage (IQR 337,0–361,0) für die 12-Monats-Nachbeobachtung. Der Anteil der Patienten mit mindestens einem Folgesymptom sank von 68% (831/1227) nach 6 Monaten auf 49% (620/1272) nach 12 Monaten (p<0,0001). Der Anteil der Patientinnen und Patienten mit Dyspnoe (modifizierter Score des British Medical Research Council [mMRC] ≥1) stieg leicht von 26% (313/1185) bei der 6-Monats-Nachbeobachung auf 30% (380/1271) nach 12 Monaten (p=0,014). Darüber hinaus litten mehr Patientinnen und Patienten bei der 12-Monats-Nachuntersuchung an Angst oder Depressionen (26% [331/1271] vs. 23% [274/1187] nach 6 Monaten; p=0,015). Bei der 6-Minuten-Gehstrecke hingegen wurde zwischen den Nachbeobachtungen nach 6 und nach 12 Monaten kein signifikanter Unterschied festgestellt. Von denjenigen, die vor der COVID-19-Erkrankung im Beruf standen, waren 88% (422/479) nach 12 Monaten wieder in ihre ursprüngliche Arbeit zurückgekehrt. Im Vergleich zu Männern hatten Frauen eine OR von 1,43 (95%-KI 1,04–1,96) für Fatigue oder Muskelschwäche sowie von 2,0 (95%-KI 1,48–2,69) für Angst oder Depressionen und von 2,97 (95%-KI 1,50–5,88) für eine Beeinträchtigung der Diffusion. Zudem beobachteten die Autorinnen und Autoren, dass COVID-19-Überlebende nach 12 Monaten mehr Probleme mit Mobilität, Schmerzen oder Unwohlsein sowie Angst oder Depression und häufigere Symptome hatten als die Kontrollen. Fazit Die meisten COVID-19-Überlebenden erholten sich im Laufe von 12 Monaten körperlich und funktionell gut und nahmen ihre Arbeit und ihr altes Leben wieder auf. Ihr Gesundheitszustand war jedoch immer noch schlechter als der einer Kontrollpopulation. (ac) Autoren: Huang L et al. Korrespondenz: Bin Cao; [email protected] Studie: 1-year outcomes in hospital survivors with COVID-19: a longitudinal cohort study Quelle: Lancet 2021;398(10302):747–758. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)01755-4
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