Gibt es einen Zusammenhang zwischen CRC-Stadium bei Diagnose und Migrationshintergrund?18. März 2019 Foto: © Zerbor/Fotolia Wie die Autoren einer kürzlich in der „Zeitschrift für Gastroenterologie“ veröffentlichten Studie berichten, ist in der Vergangenheit in einigen Untersuchungen dargestellt worden, dass der Migrationsstatus von Patienten mit einem Kolorektalkarzinom mit einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose assoziiert ist – die Ergebnisse seien aber nicht eindeutig, schreiben die Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Anne Dahlhaus vom Institut für Allgemeinmedizin am Zentrum der Gesundheitswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. In einer Querschnittstudie zur Diagnostik des Kolorektalen Karzinoms (CRC) bei Migranten und Nichtmigranten in Deutschland (KoMigra) wurde der Zusammenhang zwischen einem Migrationshintergrund und dem Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose bei Patienten mit kolorektalem Karzinom untersucht. Setting war die Region Frankfurt/Main, Offenbach und Hanau. Die Datensammlung erfolgte mittels eines Fragebogens, der in neun Sprachen übersetzt worden war, beziehungsweise aus den jeweiligen Krankenakten (Tumorstadium). Für die Analyse konnten 437 Patienten rekrutiert werden. Eine explorative logistische Regression ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen Migranten und Nichtmigranten für das Tumorstadium I gegenüber den Stadien II–IV gemäß der Tumorklassifikation der Union Internationale Contre le Cancer (UICC). Obwohl die Wahrscheinlichkeit für ein höheres Tumorstadium bei Migranten durchweg höher war als bei Nichtmigranten, hatten die Effektschätzungen ein weites Konfidenzintervall. In der deskriptiven Analyse berichteten Migranten häufiger über Symptome und dies über einen längeren Zeitraum als Nichtmigranten. Dies traf vor allem auf solche zu, deren Deutschkenntnisse gering waren. Die Studienautoren kommen daher zu dem Fazit, dass ein Migrationshintergrund bei Patienten mit Kolorektalkarzinom nicht signifikant mit einem fortgeschrittenen Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose assoziiert ist. Sie sind aber der Auffassung, dass die Auswirkungen schlechter Deutschkenntnisse weiter untersucht werden sollten.
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