GLIOMATCH: Neuer Ansatz macht Hoffnung bei der Therapie bösartiger Gliome14. März 2024 Bild: ©Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com Die Diagnose eines bösartigen, höhergradigen Glioms ist mit weniger als zwei Prozent Langzeitüberlebenden geradezu verheerend. Das europäische Forschungsprojekt GLIOMATCH, gefördert durch die Europäische Kommission, will deshalb bei der gezielten Behandlung von Hirntumoren Pionierarbeit leisten. Die Senkung der Sterblichkeitsrate bei Hirntumoren bleibt aufgrund der Variabilität der Patienten und ihrer Tumore eine Herausforderung. Als Behandlungsoption ist die Immuntherapie vielversprechend. Derzeit können fast 20 Prozent der erwachsenen Glioblastom- (GBM) und pädiatrischen hochgradigen Gliom-Patienten (pHGG) von einer auf ihren individuellen Tumor zugeschnittenen Behandlung profitieren, sagt das GLIOMATCH-Konsortium. Aber nach wie vor gibt es keine Biomarker, um diese Patienten zu identifizieren und die Wirksamkeit der Therapie direkt einschätzen zu können, weshalb derzeit viele Patienten noch mit einer nicht optimal auf sie abgestimmten Immuntherapie behandelt werden müssen. Das GLIOMATCH-Projekt, koordiniert an der Universität Leuven, Belgien, will dies innerhalb der nächsten fünf Jahre ändern. Durch die Zusammenarbeit von acht europäischen klinischen Zentren wird die bisher größte Kohorte immunonkologisch behandelter Gliom-Patienten (GBM/pHGG) untersucht werden. Basierend auf einer innovativen Kombination von umfassenden, räumlich und zeitlich hochaufgelösten, durch verschiedene molekulare Analyseverfahren (Multiomics) erstellten Gewebeprofilen und MRT-Bildgebung soll aus dem dabei gewonnenen riesigen Datenpool ein System an Biomarkern identifiziert werden, das klinisches Fachpersonal zukünftig in die Lage versetzen wird, die Therapie eines betroffenen Patienten genau auf diesen zuzuschneiden und ihre Wirksamkeit mit bisher unerreichter Präzision zu beurteilen. Dies lässt auf bessere Behandlungsergebnisse hoffen. Darüber hinaus soll in fünf begleitenden Immuntherapiestudien für GBM-Patienten der Proof-of-Principle erbracht werden. Die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf sind mit dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika, der Neurochirurgischen Klinik und dem Koordinierungszentrum für Klinische Studien (KKS) einer der 14 Partner des GLIOMATCH-Konsortiums. Es wird einerseits an der Erstellung der Gewebeprofile bereits immuntherapeutisch behandelter GBM-Patienten beteiligt sein sowie andererseits eine der klinischen Studien durchführen. GLIOMATCH wird von der Europäischen Union finanziert und von Innovate UK und dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) unterstützt.
Mehr erfahren zu: "KI in der Pathologie: SPARK ermöglicht tieferes Verständnis von Tumorerkrankungen" KI in der Pathologie: SPARK ermöglicht tieferes Verständnis von Tumorerkrankungen Forschende aus Köln haben ein autonomes, agentenbasiertes KI-System namens SPARK entwickelt. Es fungiert als „digitales Gehirn“ und bietet einen neuen Ansatz für die Präzisionsmedizin in der Onkologie.
Mehr erfahren zu: "Infrarotlicht-aktiviertes Nano-Medikament: Nanozyme gegen Hirntumore" Infrarotlicht-aktiviertes Nano-Medikament: Nanozyme gegen Hirntumore Hirntumore lassen sich mit gängigen Therapien nicht immer erfolgreich behandeln. Ein Team der Empa und des Spitalverbunds „HOCH Health Ostschweiz“ entwickeln daher sogenannte Nanozyme, die Zellen eines Hirntumors während der […]
Mehr erfahren zu: "Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Projekt „SeiTeil“ gestartet" Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Projekt „SeiTeil“ gestartet Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam.