Inklusive Versorgung im Leben mit und nach Krebs: Projekt „SeiTeil“ gestartet5. Mai 2026 Bild: ©Markus Kämpfer – stock.adobe.com Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Bundesvereinigung Lebenshilfe auf bestehende Barrieren in der Krebsversorgung aufmerksam. Mit dem gemeinsamen Projekt „SeiTeil“ setzen sich beide Organisationen dafür ein, die Versorgung von Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung im Leben mit und nach Krebs zu verbessern. Im neuen Projekt „SeiTeil“ werden die Erfahrungen und Bedarfe von Betroffenen sowie ihrer Angehörigen und Unterstützer erstmals systematisch untersucht. Ziel ist es, konkrete Empfehlungen für eine inklusivere Versorgung nach einer Krebserkrankung zu entwickeln. Denn Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung erkranken ähnlich häufig an Krebs wie die Allgemeinbevölkerung. Gleichzeitig stoßen sie im Gesundheitssystem zu oft auf Versorgungsstrukturen, die nicht ausreichend auf ihre spezifischen Bedarfe ausgerichtet sind, beispielsweise in Bezug auf Zeit für Aufklärung und Diagnostik, die Einbindung von Angehörigen und Unterstützern oder angepasste Kommunikations- und Behandlungsprozesse. Dies kann dazu führen, dass Diagnosen zu spät gestellt werden und Therapien unzureichend sind, weil notwendige Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Eine bedarfsgerechte Versorgung – einschließlich Diagnostik, Behandlung, Nachsorge, Rehabilitation und psychosozialer Begleitung – ist jedoch für jeden Menschen entscheidend für Lebensqualität und langfristige Gesundheit. Person mit Unterstützungsbedarf als Co-Forscher Besonders wichtig: Eine Person mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung wird aktiv als Co-Forscher in alle Projektphasen eingebunden. „Um das Angebot wirklich inklusiv und an den Bedarfen der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung ausgerichtet gestalten zu können, müssen wir sie auch einbinden. Ihre Erfahrungen und Perspektiven sind für das Projekt unverzichtbar“, erläutert Prof. Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Die Ergebnisse des Projekts sollen dazu beitragen, Wissenslücken zu schließen und konkrete Handlungsempfehlungen zu entwickeln, um onkologische Einrichtungen bei der inklusiven Gestaltung von Angeboten zu unterstützen. Versorgungslücke stückweise schließen „Obwohl medizinische Fortschritte die Überlebenschancen von Krebsbetroffenen verbessern, fehlen bislang passgenaue Angebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung. Daher freuen wird uns, mit dem Projekt dazu beizutragen, die Versorgungslücke stückweise zu schließen. Denn Teilhabe bedeutet auch Teilhabe an medizinischer Versorgung. Niemand darf nach einer Krebserkrankung aufgrund von Barrieren von Nachsorgeangeboten ausgeschlossen sein“, so Dr. Konstanze Blatt, designierte Generalsekretärin der DKG. Mit den Ergebnissen von „SeiTeil“ wird zudem die Grundlage geschaffen, in einem Folgeprojekt Informationsmaterialien in Leichter Sprache zu entwickeln. „SeiTeil“ wird von der Abteilung Versorgungsforschung der DKG geleitet und in enger Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe durchgeführt. Das Projekt wird finanziell von der Deutschen Krebsstiftung gefördert und läuft bis März 2028. Mehr zum Thema Inklusion: Protesttag: Pro Retina fordert Barrierefreiheit Brailleschrift: Nominiert für das weltweite Immaterielle Kulturerbe der Menschheit
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