Globale Aussagekraft der Rom-IV-Kriterien für funktionelle gastrointestinale Störungen

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Die Rom-Kriterien sind für die Diagnose von Störungen der Darm-Hirn-Interaktion weithin anerkannt, ihre internationale Anwendbarkeit ist jedoch umstritten. Ziel einer Studie war es, die Gültigkeit der Rom-IV-Kriterien durch eine Faktorenanalyse weltweit, in verschiedenen geografischen Regionen sowie nach Geschlecht und Altersgruppen zu bewerten.

Die Forschenden erhoben die Daten in 26 Ländern mithilfe des Rom-IV-Fragebogens. Sie definierten 49 Variablen, die für eine explorative Faktorenanalyse (EFA) verwendet wurden, um Cluster von miteinander korrelierenden Variablen (Faktoren) innerhalb des Datensatzes zu identifizieren.

Die konfirmatorische Faktorenanalyse mit vordefinierten Parametern für die Störungen der Darm-Hirn-Interaktion diente zum Vergleich der Faktoren der EFA. Alle Analysen erfolgten auf globaler Ebene sowie für jede geografische Region (Nord- und Lateinamerika, West- und Osteuropa, Naher Osten, Asien), für das Geschlecht und verschiedene Altersgruppen (18–34, 35–49, 50–64, ≥65 Jahre).

Die Forscher schlossen insgesamt 54.127 Personen in ihre Analysen ein. Die EFA identifizierte 10 Faktoren, auf die 57% der Varianz entfielen: Reizdarmsyndrom (RDS), Obstipation, obere gastrointestinale Symptome, Diarrhö, Globussyndrom, Regurgitation/Dehnung, Brustschmerzen, Übelkeit/Erbrechen und 2 Faktoren für Schmerzen im rechten oberen Quadranten des Abdomens. Die meisten Faktoren wiesen eine gute Übereinstimmung mit einer Diagnose gemäß der Rom-IV-Kriterien auf. Die Funktionelle Dysphagie (FD) und Sodbrennen waren dabei häufig Teil desselben Faktors und/oder in den oberen gastrointestinalen Symptomen enthalten.

Die meisten Parameter waren über geografische Regionen, Geschlecht und Altersgruppen hinweg konsistent und mit den Gesamtergebnissen kompatibel. Alle Faktoren in der konfirmatorischen Analyse hatten eine Gewichtung ≥0,4, was auf die Gültigkeit der Rom-IV-Kriterien hindeutet.

Fazit
Die Rom-IV-Kriterien für RDS, FD, funktionelle Obstipation, Globussyndrom und Gallenschmerzen sind global gültig und stellen universelle diagnostische Entitäten für alle Subgruppen dar. (je)

Autoren: Hreinsson JP et al.
Korrespondenz: Jóhann P. Hreinsson; [email protected]
Studie: Factor Analysis of the Rome IV Criteria for Disorders of Gut-Brain Interaction (DGBI) Globally and Across Geographical, Sex, and Age Groups
Quelle: Gastroenterology 2023;164(7):1211–1222.
Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.02.033