Globale Belastung durch Verdauungskrankheiten13. Februar 2024 © Media Whale Stock – stock.adobe.com (Symbolbild) Für eine Studie zur weltweiten Belastung durch Verdauungskrankheiten werteten US-amerikanische Wissenschaftler Daten aus der GBD(Global Burden of Diseases)-Studie aus, die zwischen 1990 und 2019 erhoben worden waren. In dieser Studie werden 18 Verdauungskrankheiten in 204 Ländern und Regionen abgedeckt. Ziel war die Bewertung der Indikatoren für die Krankheitslast, wie Inzidenz, Prävalenz, Mortalität und um Behinderungen bereinigte Lebensjahre (Disability-Adjusted Life Years, DALY), um Trends und Muster zu erkennen, die zur Entwicklung evidenzbasierter Präventions- und Behandlungsstrategien beitragen können. Eine lineare Regressionsanalyse wurde auf den natürlichen Logarithmus der altersstandardisierten Ergebnisse angewandt, um die jährliche prozentuale Veränderung zu bestimmen. Demnach gab es im Jahr 2019 insgesamt 7,32 Mrd. Inzidenzen und 2,86 Mrd. prävalente Fälle von Verdauungskrankheiten, was zu insgesamt 8 Mio. Todesfällen sowie 277 Mio. verlorenen DALY führte. Zwischen 1990 und 2019 wurde eine geringe bis keine Abnahme der globalen altersstandardisierten Inzidenz und Prävalenz von Verdauungskrankheiten beobachtet, mit 95.582 bzw. 35.106 Fällen pro 100.000 Personen im Jahr 2019. Die altersstandardisierte Sterberate lag bei 102 pro 100.000 Personen. Erkrankungen des Verdauungsapparats machten einen signifikanten Teil der gesamten Krankheitslast aus, wobei >1/3 der prävalenten Fälle eine Ätiologie im Verdauungsapparat hatten. Darminfektionen trugen am meisten zu Inzidenz, Todesfällen und verlorenen DALY bei, während Zirrhose und andere chronische Lebererkrankungen die höchste Prävalenzrate aufwiesen. Die Belastung durch Erkrankungen des Verdauungstraktes stand in umgekehrter Relation zum soziodemografischen Index, wobei Darminfektionen im unteren Quintil und Darmkrebs im oberen Quintil die häufigste Todesursache darstellten. Fazit Todesfälle und DALY aufgrund von Verdauungserkrankungen sind weit verbreitet, so die Analyse der Studienautoren. Darüber hinaus sei die Belastung durch einzelne Verdauungskrankheiten in Ländern mit unterschiedlichem Entwicklungsstand sehr ungleich verteilt. (bi) Autoren: Wang Y et al. Korrespondenz: Maoyin Pang; [email protected] Studie: Global Burden of Digestive Diseases: A Systematic Analysis of the Global Burden of Diseases Study, 1990 to 2019 Quelle: Gastroenterology 2023;165(3):773–783. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2023.05.050
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]