Globales Konsortium quantifiziert Einfluss klassischer Herzrisiken1. Dezember 2025 © Petra Eckerl – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine weltweite Analyse mit über zwei Millionen Teilnehmenden zeigt: Fehlen alle fünf Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verlängert sich die Lebenserwartung im Alter von 50 Jahren um mehr als 10 Jahre. Die fünf Risikofaktoren Bluthochdruck, Hyperlipidämie, Untergewicht und Übergewicht oder Adipositas, Diabetes und Rauchen sind für etwa die Hälfte der weltweiten Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) verantwortlich. Doch wie genau wirken sie sich auf die geschätzte Lebenserwartung und die Gesamtmortalität aus? Dem ging das Global Cardiovascular Risk Consortium unter Leitung von Christina Magnussen vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf den Grund. Die vielbeachtete Studie erschien im „New England Journal of Medicine“. Eine der wichtigsten Studienerkenntnisse ist, dass das Fehlen aller fünf klassischen Risikofaktoren – im Vergleich zu deren Vorliegen – im Alter von 50 Jahren bei beiden Geschlechtern mit einer um mehr als ein Jahrzehnt höheren Lebenserwartung assoziiert ist. Die meisten zusätzlichen Lebensjahre ohne CVD bzw. Gesamtmortalität lassen sich hinzugewinnen, wenn man im Alter von etwa 55–60 Jahren noch das Rauchen einstellt und seinen Blutdruck gezielt kontrolliert. Die Studie basiert auf der Auswertung von individuellen Daten von 2.078.948 Teilnehmern aus 133 Kohorten, 39 Ländern und sechs Kontinenten. Die Forscher schätzten das Lebenszeitrisiko für CVD und Gesamtsterblichkeit bis zum Alter von 90 Jahren anhand des Vorhandenseins oder Fehlens der fünf genannten Risikofaktoren im Alter von 50 Jahren. Auch die Unterschiede in der Lebensdauer (in Bezug auf zusätzliche Lebensjahre ohne CVD oder Gesamtsterblichkeit) schätzten sie je nach Vorhandensein oder Fehlen dieser Risikofaktoren. Schließlich analysierten Magnussen et al. Risikofaktorenverläufe, um lebenslange Unterschiede entsprechend der Variation der Risikofaktoren vorherzusagen. Das lebenslange Risiko für CVD betrug 24 Prozent (95%-Konfidenzintervall [KI] 21–30) bei Frauen und 38 Prozent (95%-KI 30–45) bei Männern, bei denen alle 5 Risikofaktoren vorlagen. Im Vergleich zwischen Teilnehmern ganz ohne und jenen mit allen Risikofaktoren betrug die geschätzte Anzahl zusätzlicher Lebensjahre ohne CVD 13,3 (95%-KI 11,2–15,7) für Frauen und 10,6 (95%-KI 9,2–12,9) für Männer. Mit Blick auf die Gesamtsterblichkeit können Frauen durch Vermeidung aller Risikofaktoren geschätzt 14,5 Lebensjahre (95%-KI 9,1–15,3) hinzugewinnen und Männer 11,8 Jahre (95%-KI 10,1–13,6). Im Vergleich zu keiner Veränderung der Risikofaktoren war die Modifikation des Bluthochdrucks im Alter von 55 bis <60 Jahren mit den meisten zusätzlichen Lebensjahren ohne CVD assoziiert, und die Modifikation des Rauchens in diesem Alter mit der stärksten Verlängerung der Lebenszeit. (ah)
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