GLP-1-Rezeptoragonisten mit geringerem Risiko für Epilepsie assoziiert15. Dezember 2025 Typ-2-Diabetes ist mit einem höheren Risiko für Epilepsie assoziiert. Die Behandlung mit GLP-1-RA könnte dieses Risiko positiv beeinflussen. Symbolbild: Anna/stock.adobe.com Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes scheint die Behandlung mit GLP-1-Rezeptoragonisten mit einem geringeren Risiko für das Auftreten einer Epilepsie einherzugehen. Ob ein kausaler Zusammenhang besteht, bleibt jedoch unklar. Die vorläufigen Ergebnisse einer Studie an Menschen mit Diabetes deuten darauf hin, dass die Behandlung mit blutzuckersenkenden GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie einhergehen könnte. Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht. „Weitere randomisierte, kontrollierte Studien mit Langzeitbeobachtung sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen. Dennoch sind sie vielversprechend. Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, später im Leben an Epilepsie zu erkranken“, so Studienautor Dr. Edy Kornelius von der Chung Shan Medical University (Taiwan). „Epilepsie kann zahlreiche physische, psychische und soziale Folgen haben, und viele Betroffene sprechen nicht auf die derzeitigen Medikamente an. Daher ist es entscheidend, Wege zur Risikominderung zu finden.“ GLP-1-RA versus DPP-4i bei Typ-2-Diabetes Für die Studie verwendeten die Forschenden Daten aus einer US-amerikanische Gesundheitsdatenbank. Eingeschlossen wurden Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die entweder einen GLP-1-RA (Dulaglutid, Liraglutid oder Semaglutid) oder einen Dipeptidylpeptidase-4-Inhibitor (DPP-4i) anwendeten. Keiner der Patienten hatte zuvor die Diagnose Epilepsie oder Krampfanfälle erhalten. Die 452.766 Erwachsenen waren im Durchschnitt 61 Jahre alt. Rund die Hälfte verwendete GLP-1-RA, die andere Hälfte DPP-4i. Die Nachbeobachtungszeit betrug mindestens fünf Jahre. In diesem Zeitraum entwickelten 1670 Personen (2,35 %) unter GLP-1-RA eine Epilepsie, verglichen mit 1886 Personen (2,41 %) unter DPP-4i. Nach der Korrektur für andere Risikofaktoren für Epilepsie (Alter, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen) war das Risiko für Epilepsie bei Personen unter GLP-1-RA um 16 % geringer als bei Personen unter DPP-4i [HR 0,84 (95%-KI 0,78–0,90)]. Bei Betrachtung der einzelnen Medikamente zeigte sich, dass der Zusammenhang mit einem geringeren Epilepsierisiko bei Semaglutid am stärksten ausgeprägt war. „Weitere Forschung ist notwendig, aber diese Ergebnisse stützen die Theorie, dass GLP-1-RA neben der Blutzuckerkontrolle auch neurologische Vorteile bieten könnten“, so Kornelius. Die Ergebnisse bedeuteten jedoch nicht, dass DPP-4-Hemmer in irgendeiner Weise schädlich oder GLP-1RA definitiv der Hirngesundheit zuträglich seien, betont er. Limitationen Der duale GLP-1- und GIP-Rezeptoragonist Tirzepatid wurde nicht in die Studie einbezogen, da die Zulassung erst nach Beginn des Studienzeitraums erfolgte. Ob die Ergebnisse auch auf Tirzepatid übertragbar sind, ist unklar. Neben den Einschränkungen des retrospektiven Studiendesigns, lagen den Forschenden zudem keine Informationen zu anderen Faktoren vor, die das Epilepsierisiko beeinflussen könnten. Dazu gehören beispielsweise familiäre Vorbelastung, genetische Veranlagung oder Alkoholkonsum. Außerdem könnten Kosten, Einschränkungen der Versicherung oder der Schweregrad der Diabeteserkrankung Einfluss darauf haben, welches Medikament verschrieben wird. Damit könnte es Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gegeben haben hinsichtlich der Ausgangssituation. (mkl/BIERMANN) Das könnte Sie auch interessieren: Reproduktive Faktoren und das Demenzrisiko bei postmenopausalen Frauen mit Typ-2-Diabetes Typ-2-Diabetes: Vergleichbare Auswirkungen mehrerer GLP-1-RA auf Herz und Nieren
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