Grenzüberschreitende Parkinson-Forschung ausgezeichnet23. Januar 2019 Prof. Andreas Keller (am Rednerpult) und Prof. Reijko Krüger (ganz rechts) bei der Preisverleihung in Luxemburg. (Foto: Axel Kohlhass) Wie kann die Parkinson-Krankheit frühzeitig erkannt werden? Ein Forscher-Team der Universität Luxemburg und der Universität des Saarlandes sucht darauf Antworten und hat dafür einen von der SaarLB gestiften Preis im Wettbewerb „Exzellenznetze in der Großregion“ erhalten. In dem ausgezeichneten Forschungsprojekt verbindet sich grenzüberschreitendes Spezialwissen aus unterschiedlichen Disziplinen. Saarländischer Partner ist das Team um Andreas Keller, Professor für Klinische Bioinformatik an der Universität des Saarlandes. Prof. Rejko Krüger leitet ein Forschungsteam am Luxembourg Center of Systems Biomedicine der Universität Luxemburg. Er führt gemeinsam mit weiteren Instituten die luxemburgische Parkinson-Studie „NCER-PD“ durch, bei der über lange Zeiträume hinweg Gewebeproben und Daten von Parkinson-Patienten sowie gesunden Vergleichsproben gesammelt und ausgewertet werden. Ziel ist es, die Früherkennung von Parkinson und die Behandlung der betroffenen Menschen zu verbessern. Das Team um Bioinformatiker Keller will im Blut vorkommende Moleküle nutzen, um Krankheiten möglichst frühzeitig diagnostizieren zu können. „Gut geeignet dafür sind micro-RNAs“, sagte Keller. Der Anteil unterschiedlicher micro-RNAs im Blut ist abhängig vom Gesundheitsstatus eines Menschen. Letzteren kennen die Luxemburger Forscher in Bezug auf die Entwicklung der Parkinson-Krankheit sehr genau. „Wir nehmen von unseren Patienten im Rahmen der jährlichen Studien-Untersuchungen regelmäßig Blutproben, die auch auf den Gehalt an micro-RNAs hin untersucht werden können“, erklärte Krüger: „Bislang gibt es jedoch noch keinen Biomarker der Auskunft über den Erkrankungszustand geben kann.“ Hier kommt Kellers Expertise ins Spiel: „Als klinische Bioinformatiker haben wir bereits für andere Krankheiten wie Krebs spezielle Computer-Programme entwickelt. Mit ihnen können wir diejenigen micro-RNAs aus der großen Gesamtmenge identifizieren, die das Aufkommen der Krankheit tatsächlich sicher anzeigen – und die deshalb diagnostisch von Bedeutung sein können.“ Genau diesen Ansatz haben sie jetzt im Rahmen der deutsch-luxemburgischen Zusammenarbeit auf die Parkinson-Krankheit übertragen – und können erste Erfolge nachweisen, so Keller: „Wir haben bereits einige vielversprechende micro-RNAs am Computer identifizieren können. Die weiteren Berechnungen werden den Kreis der möglichen Moleküle weiter einengen, die dann später tatsächlich als Biomarker in der klinischen Diagnostik zum Einsatz kommen können. Die entsprechenden Veröffentlichungen dazu stehen kurz bevor.“ „Wir freuen uns sehr, dass unser neuer interdisziplinärer Ansatz zur Entwicklung von Biomarkern für die Frühdiagnose bei Parkinson und die von uns nachgewiesene Machbarkeit mit dem interregionalen Wissenschaftspreis ausgezeichnet werden“, sagte Krüger. „Wir werden nun weiter intensiv daran arbeiten, dass unsere Forschung den Menschen in Klinik und ärztlicher Praxis schnellstmöglich zu Gute kommt.“
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