Größe des Zentrums beeinflusst die Versorgungsqualität bei Typ-1-Diabetes13. Juli 2022 Bild: © click_and_photo -stock.adobe.com Die Behandlung von Patienten mit Typ-1-Diabetes erfordert Erfahrung und eine spezielle Infrastruktur. Entsprechend hat die Größe des behandelnden Zentrums Einfluss auf die Versorgungsqualität von pädiatrischen Patienten. Zu diesem Schluss kommt ein deutsch-österreichisches Forscherteam. Um den Zusammenhang zwischen Zentrumsgröße und Qualität der Diabetesbehandlung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland und Österreich zu bestimmen, analysierten Lukas Hackl von der Medizinischen Universität Innsbruck, Österreich, und Kollegen Daten zur Stoffwechseleinstellung, zu akuten Komplikationen sowie die Raten der empfohlenen Screening-Tests in den Jahren 2009 und 2018, die sie der Kohorte des deutsch/österreichischen multizentrischen Diabetesregisters (DPV) entnahmen. Diabeteszentren wurden nach der Anzahl der Patienten von „XS“ bis „XL“ klassifiziert (XS: <20; S: ≥20 bis <50; M: ≥50 bis <100; L: ≥100 bis <200; XL: ≥200). Wie sich zeigte, hatte sich die Stoffwechseleinstellung in „M“-, „L“- und „XL“-Diabeteszentren im Laufe des Zahn-Jahres-Zeitraums deutlich verbessert. Am besten wurden die Behandlungsziele in „M“-Zentren erreicht, während „XS“-Zentren den höchsten durchschnittlichen HbA1c-Wert aufwiesen. Die Beziehung zwischen HbA1c und der Größe des Zentrums folgte einer V-Kurve. Im Jahr 2009 setzten „XS“-Zentren die konventionelle Insulintherapie noch am häufigsten ein, im Jahr 2018 gab es allerdings keinen Unterschied in der Art der Insulintherapie je nach Zentrumsgröße mehr. Die Verwendung von CSII und sensorgestütztem CSII/Hybrid-Kreislauf nahm mit der Größe des Zentrums zu. Patienten, die in „XS“-Diabeteszentren betreut wurden, hatten die wenigsten Nachuntersuchungen pro Jahr. Die Raten schwerer Hypoglykämien und diabetischer Ketoazidosen (DKA) waren in „XL“-Diabeteszentren am niedrigsten, die DKA-Rate in „XS“-Zentren am höchsten. Wichtig seien nun weitere Untersuchungen, welche Faktoren zu den dargestellten Zusammenhängen beitragen, erklärten die Autoren.
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