Grüne Pharmazie: Projekt „TransPharm“ bietet frei zugängliche Lernplattform zum Thema nachhaltige Arzneimittel

Klaus Kümmerer im Labor. (Foto: © Leuphana/Patrizia Jäger)

Das Konsortium des von der EU geförderten Projektes „TransPharm“ hat eine frei zugängliche Bildungs-Website entwickelt: Darin geht es unter anderem um die Umweltauswirkungen von Arzneimitteln.

Die im internationalen Verbund entwickelte Plattform SPLASH (Sustainable Pharmaceuticals: Learning and Advanced Science Hub) ist kostenfrei nutzbar. Ergänzt werden Lernangebote durch interaktive Elemente, Videos und anschauliche Visualisierungen.

Die Inhalte richten sich laut einer Mitteilung der beteiligten Leuphana Universität Lüneburg vor allem an Fachkräfte im Gesundheitswesen, Forschende sowie Studierende entsprechender Disziplinen. Thematisiert würden unter anderem „Umwelt-Risikoabschätzung, grüne und nachhaltige Chemie und Pharmazie, planetare Grenzen, Lebenszyklusanalysen, Qualitätskontrolle“ sowie der Einsatz Maschinellen Lernens zur Optimierung chemischer Reaktionen im Zusammenhang mit Arzneimitteln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt nach Angaben der Leuphana auf dem Ansatz „Benign by Design“: Er zielt darauf ab, Arzneimittel und Chemikalien von Beginn an so zu entwickeln, dass sie wirksam, sicher und zugleich umweltverträglich sind.

„Nachhaltigkeit beginnt nicht erst bei der Synthese, sondern bei der grundlegenden Frage, warum wir einen Stoff brauchen und welche Funktion er erfüllen soll“, sagt Prof. Klaus Kümmerer, Professor für Nachhaltige Chemie und Stoffliche Ressourcen an der Leuphana. „Mit der Plattform machen wir dieses Denken für alle zugänglich, die chemische Innovation im Kontext von Umwelt und Gesellschaft verantwortungsvoll gestalten wollen.

Global ausgerichtete Plattform

Ein zentrales Merkmal der Plattform ist ihre globale Ausrichtung. Lernsprache ist Englisch. „Nachhaltige Chemie und Pharmazie können nicht lokal gedacht werden“, betont Kümmerer. „Gerade im globalen Süden entstehen neue Infrastrukturen und Versorgungssysteme. Offene Bildungsangebote sind daher wichtig, um von Anfang an nachhaltige Lösungen entwickeln und problematische Entwicklungspfade vermeiden zu können.“

Die Leuphana Universität Lüneburg ist seit 2022 am EU-Forschungsprojekt „TransPharm: Transformation to a sustainable European pharmaceutical sector“ beteiligt, das im Rahmen des Horizon-Europe-Programms gefördert wird. Ziel ist, die europäische Pharmaindustrie wettbewerbsfähig und zugleich nachhaltig zu stärken. An der Leuphana liegt der Fokus darauf, ein bereits entwickeltes und patentiertes umweltfreundliches Antibiotikum weiterzuentwickeln sowie neue nachhaltige Wirkstoffe zu erforschen.