Grünes Wohnumfeld in der frühen Kindheit schützt offenbar nicht vor Ekzemen

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Ein grünes Wohnumfeld in der frühen Kindheit scheint Kinder nicht vor einem atopischen Ekzem zu schützen. Stattdessen war die Nähe von Nadel- und Mischwäldern sowie landwirtschaftlichen Flächen in einer finnischen Studie mit einem erhöhten Ekzemrisiko verbunden. Dieser Effekt wurde insbesondere bei Kindern beobachtet, die im Frühjahr geboren wurden.

„Ein allgemeiner Grünanteil in der Umgebung des Hauses schützte die Kinder nicht vor Ekzemen, was unseren Erwartungen und der angenommenen allergievorbeugenden Wirkung von Naturkontakten widersprach. Das Ekzem ist jedoch nur eine der allergischen Erkrankungen bei Kindern, wenn auch in der Regel die erste, die auftritt”, so Dr. Minna Lukkarinen, Kinderärztin der FinnBrain-Birth-Cohort-Studie an der Universität Turku, Finnland.

Das atopische Ekzem tritt bei 20–30 Prozent der Kinder auf. Es bricht am häufigsten in der frühen Kindheit aus und steht oft in Verbindung mit Nahrungsmittelallergien und der Entwicklung von Asthma und allergischer Rhinitis im späteren Alter. Es wird vermutet, dass die Verstädterung und der Rückgang der biologischen Vielfalt das Risiko allergischer Erkrankungen erhöhen, doch die bisherigen Forschungsergebnisse zu diesem Thema sind widersprüchlich. Für die vorliegende Studie wurden die Daten aus sechs finnischen Geburtskohorten mit insgesamt 5.085 Kindern verwendet. Die Kinder wurden von Geburt an verfolgt, was die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Umwelteinflüssen in der frühen Kindheit und der Krankheitsentwicklung vor dem Ausbruch der Krankheit ermöglicht.

In der Studie wurden die Zusammenhänge zwischen der Jahreszeit der Geburt, der Grünfläche und der Art der Bodenbedeckung in der Umgebung des Elternhauses sowie der Entwicklung von Ekzemen im Alter von zwei Jahren untersucht. Nadelwälder (Odds Ratio 1,19) und Mischwälder (Odds Ratio 1,21) waren mit einem erhöhten Ekzemrisiko verbunden. Auch eine höhere Abdeckung mit landwirtschaftlichen Flächen ging tendenziell mit einem erhöhten Ekzemrisiko einher (Odds Ratio 1,20).

„Obwohl Grün in der Umgebung des Hauses nicht vor Ekzemen schützt, kann die umgebende Vegetation andere positive Auswirkungen haben. Wir müssen auch beachten, dass Grün ein eher grobes Maß für die Präsenz der Natur und ein relativ schlechter Indikator für die Artenvielfalt ist. Die beobachtete prädisponierende Assoziation von Nadelwäldern könnte darauf hindeuten, dass die Auswirkungen der Natur auf die immunologische Entwicklung von Kindern von der Art der Natur und der biologischen Vielfalt sowie dem genauen Zeitpunkt der Exposition abhängen. Weitere Studien sind erforderlich, um das Ergebnis zu bestätigen und die möglichen Mechanismen aufzudecken“, so Anne Karvonen, leitende Forscherin am Finnischen Institut für Gesundheit und Wohlfahrt.