Günstiges Hormonverhältnis kann alkoholabhängige Menschen vor problematischem Alkoholkonsum schützen17. Januar 2024 Bei Frauen bestimmt auch der Mentruationszyklus, wie viel Alkohol sie trinken. (Foto: © fizkes – stock.adobe.com) Forschende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Technischen Universität Dresden haben im „American Journal of Psychiatry“ Studienergebnisse veröffentlicht, die ein besseres Verständnis für den Zusammenhang zwischen Hormonen und Alkoholkonsum ermöglichen. Eine nach Geschlechtern getrennte, multizentrische Längsschnittstudie, durchgeführt an 74 Frauen mit Alkoholabhängigkeit, die einen natürlichen Menstruationszyklus haben, und 278 Männern mit Alkoholabhängigkeit zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen Menstruationszyklus, dem Verhältnis von Progesteron zu Östradiol und problematischem Trinkverhalten. Danach lag die Wahrscheinlichkeit für Tage mit exzessivem Trinken bei Frauen während der späten Lutealphase des Menstruationszyklus bei 13 Prozent und war damit geringer als in der menstruellen (17 Prozent), follikulären (19 Prozent) und ovulatorischen Phase (20 Prozent). Gleichzeitig war in der späten Lutealphase der Mittelwert des Progesteron-Östradiol-Verhältnisses im Vergleich zu anderen Zyklusphasen erhöht. Bei Männern stand ein höheres Progesteron-Östradiol-Verhältnis direkt mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für exzessives Trinken und jeglichen Alkoholkonsum in Verbindung. Den Forschenden zufolge legen die Ergebnisse nahe, dass ein höheres Progesteron-Östradiol-Verhältnis alkoholabhängige Frauen und Männer vor problematischem Alkoholkonsum schützen kann. Damit sei das Hormonverhältnis eine vielversprechende Zielgröße zur Behandlung von Alkoholabhängigkeit, heißt es in einer Mitteilung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (Zi) in Mannheim. Dies könnte den Weg für personalisierte, zyklusabhängige Behandlungen ebnen, insbesondere für alkoholabhängige Frauen. Prof. Bernd Lenz und Sabine Hoffmann von der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zi betonen die Bedeutung dieser Erkenntnis: „Unsere Forschung eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Alkoholabhängigkeit. Die Erkenntnisse können dazu beitragen, geschlechtsspezifische Therapieansätze zu entwickeln, die die biologischen Unterschiede zwischen Frauen und Männern berücksichtigen.“ Zur Methodik In der multizentrischen Längsschnittstudie analysierten die Forschenden individuelle Daten zum realen Alkoholkonsum, die per Smartphone über einen Zeitraum von zwölf Monaten erhoben wurden, den Menstruationszyklus und das Verhältnis von Progesteron zu Östradiol im Blut (insgesamt 667 Blutproben aus vier Untersuchungsterminen) bei 74 Frauen und 278 Männern mit Alkoholabhängigkeit.
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