Gute Chancen für junge Mediziner in der ambulanten Versorgung24. April 2017 Sie bilden das Rückgrat der medizinischen Versorgung in unserem Land: Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die sich jeden Tag in über 100.000 Praxen um ihre Patienten kümmern. Jährlich gibt es in den Praxen über eine Milliarde Arzt-Patienten-Kontakte und rund 580 Millionen Behandlungsfälle. Doch das Durchschnittsalter bei den Niedergelassenen ist mit rund 54 Jahren hoch. Es wird dringend Nachwuchs gesucht – und folglich haben junge Mediziner beste Chancen. „Umsatzgarantien, Investitionshilfen, flexible Arbeitszeitmodelle, Arbeit zunächst als angestellter Arzt in der Praxis sind nur einige Pluspunkte, die die KVen den jungen Kolleginnen und Kollegen bieten“, erklärte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Gassen heute in Berlin. „Die ambulante Tätigkeit als solche ist nicht das Problem, viele junge Mediziner ziehen die Arbeit in der Praxis sogar dem Großbetrieb Krankenhaus vor. Wir wollen daher in Zukunft verstärkt auf Anreize setzen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Aufklärung über die heutzutage vielfältigen Möglichkeiten, den ärztlichen Beruf in der Praxis auszuüben. Verpflichtungen und Landarztquoten von jungen Ärzten sehe ich dagegen skeptisch“, kommentierte der KBV-Chef. Die Herausforderung liegt darin, dass sich mittlerweile in der niedergelassenen Ärzteschaft die Folgen der hohen Altersstruktur bemerkbar machen.Zwar ist bei den Fachärzten die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, nämlich von 583 auf 484. Dies geht aus den neuesten Daten der Umfrage zum Stand der Bedarfsplanung hervor, welche die KBV für das Jahr 2016 erhoben hat (Stichtag 31. Dezember 2016). Am stärksten schlagen dabei die Psychotherapeuten zu Buche: Die 2012 geschaffenen ca. 1.300 neuen Zulassungsmöglichkeiten sind inzwischen weitestgehend ausgeschöpft.Allerdings ist gleichzeitig im Jahresvergleich die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte gestiegen. Demnach gab es im vierten Quartal 2016 bundesweit 2.727 freie Hausarztsitze. Das entspricht einem Zuwachs von 603 im Vergleich zum Vorjahr. Gründe für die Lücken bei den Hausärzten liegen zum einen in der demografischen Entwicklung. Einem gestiegenen Bevölkerungs-wachstum und damit höheren Bedarf an hausärztlicher Versorgung steht eine anrollende „Ruhestandswelle“ bei den Hausärzten gegenüber.Gleichzeitig ist der Trend zur Anstellung ungebrochen, wie die statistischen Daten aus dem Bundesarztregister zeigen: Die Zahl der in Praxen und medizinischen Einrichtungen angestellten Ärzte und Psychotherapeuten hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich erhöht, nämlich um 10,3 Prozent auf nunmehr 29.967 (ohne Weiterbildungsassistenten). Damit haben sich die Angestelltenverhältnisse in der vertragsärztlichen Versorgung seit 2005 mehr als verzehnfacht. Auch Teilzeitmodelle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 169.866 Ärzte und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung teil (146.054 Ärzte und 23.812 Psychologische Psychotherapeuten). Die Gesamtzahl hat sich gegenüber 2015 um 2.550 erhöht, das entspricht 1,5 Prozent. Mittlerweile sind 45 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Frauen. „Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass von der Gesamtzahl der Medizin-Studierenden der Anteil der Frauen bei mittlerweile rund 70 Prozent liegt“, so Gassen. „Sicherstellung bleibt schwierig, aber sie ist machbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört, die veränderten Anforderungen der jüngeren Generationen zu berücksichtigen. Gleichzeitig darf sich der Staat nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Von der Vorstellung, in jedem Dorf einen Hausarzt zu haben, müssen wir uns allerdings verabschieden, wenn auch Schulen, Polizei und Einkaufzentren längst das Dorf verlassen haben“, lautet Gassens Fazit. Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
„Die ambulante Tätigkeit als solche ist nicht das Problem, viele junge Mediziner ziehen die Arbeit in der Praxis sogar dem Großbetrieb Krankenhaus vor. Wir wollen daher in Zukunft verstärkt auf Anreize setzen. Ein wichtiger Bestandteil ist die Aufklärung über die heutzutage vielfältigen Möglichkeiten, den ärztlichen Beruf in der Praxis auszuüben. Verpflichtungen und Landarztquoten von jungen Ärzten sehe ich dagegen skeptisch“, kommentierte der KBV-Chef. Die Herausforderung liegt darin, dass sich mittlerweile in der niedergelassenen Ärzteschaft die Folgen der hohen Altersstruktur bemerkbar machen.Zwar ist bei den Fachärzten die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, nämlich von 583 auf 484. Dies geht aus den neuesten Daten der Umfrage zum Stand der Bedarfsplanung hervor, welche die KBV für das Jahr 2016 erhoben hat (Stichtag 31. Dezember 2016). Am stärksten schlagen dabei die Psychotherapeuten zu Buche: Die 2012 geschaffenen ca. 1.300 neuen Zulassungsmöglichkeiten sind inzwischen weitestgehend ausgeschöpft.Allerdings ist gleichzeitig im Jahresvergleich die Zahl der Niederlassungsmöglichkeiten für Hausärzte gestiegen. Demnach gab es im vierten Quartal 2016 bundesweit 2.727 freie Hausarztsitze. Das entspricht einem Zuwachs von 603 im Vergleich zum Vorjahr. Gründe für die Lücken bei den Hausärzten liegen zum einen in der demografischen Entwicklung. Einem gestiegenen Bevölkerungs-wachstum und damit höheren Bedarf an hausärztlicher Versorgung steht eine anrollende „Ruhestandswelle“ bei den Hausärzten gegenüber.Gleichzeitig ist der Trend zur Anstellung ungebrochen, wie die statistischen Daten aus dem Bundesarztregister zeigen: Die Zahl der in Praxen und medizinischen Einrichtungen angestellten Ärzte und Psychotherapeuten hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich erhöht, nämlich um 10,3 Prozent auf nunmehr 29.967 (ohne Weiterbildungsassistenten). Damit haben sich die Angestelltenverhältnisse in der vertragsärztlichen Versorgung seit 2005 mehr als verzehnfacht. Auch Teilzeitmodelle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 169.866 Ärzte und Psychotherapeuten an der vertragsärztlichen Versorgung teil (146.054 Ärzte und 23.812 Psychologische Psychotherapeuten). Die Gesamtzahl hat sich gegenüber 2015 um 2.550 erhöht, das entspricht 1,5 Prozent. Mittlerweile sind 45 Prozent der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Frauen. „Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass von der Gesamtzahl der Medizin-Studierenden der Anteil der Frauen bei mittlerweile rund 70 Prozent liegt“, so Gassen. „Sicherstellung bleibt schwierig, aber sie ist machbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört, die veränderten Anforderungen der jüngeren Generationen zu berücksichtigen. Gleichzeitig darf sich der Staat nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Von der Vorstellung, in jedem Dorf einen Hausarzt zu haben, müssen wir uns allerdings verabschieden, wenn auch Schulen, Polizei und Einkaufzentren längst das Dorf verlassen haben“, lautet Gassens Fazit.
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