HAE: Vielversprechender Kandidat zur Prophylaxe von Anfällen15. Juli 2026 Foto: Jelena/stock.adobe.com Phase-II-Studien zur Prophylaxe von Anfällen beim Hereditären Angioödem (HAE): Der Bradykinin-B2-Rezeptor Deucrictibant zeigt vielversprechende Ergebnisse. Beim HAE ist die Blockade des Bradykinin-B2-Rezeptors ein bewährter Mechanismus zur bedarfsweisen Behandlung der Ödem-Attacken, jedoch liegen keine Daten zu seiner Wirkung bei prophylaktischer Anwendung vor. Daher testeten Wissenschaftler um Emel Aygören-Pürsün jetzt Deucrictibant, einen in der klinischen Prüfung befindlichen, oral bioverfügbaren Bradykinin-B2-Rezeptor-Antagonisten – mit Erfolg. Zwei Dosierungen zu Prophylaxe von HAE-Attacken getestet Ihre multizentrische, doppelblinde, placebokontrollierte, randomisierte Phase-II-Studie CHAPTER-1 (NCT05047185) wurde in zwei Teilen durchgeführt: einem doppelblinden, placebokontrollierten ersten Teil und einem unverblindeten zweiten Teil. Kürzlich wurden im „Lancet Haematology“ die Ergebnisse von Teil eins berichtet. Dafür waren Erwachsene (18–75 Jahre) mit HAE Typ 1 oder 2 an 37 Standorten (Universitätskliniken und akkreditierten Angioödem-Zentren) in Nordamerika, Europa und Israel rekrutiert worden. Bei den Patienten mussten in den letzten drei aufeinanderfolgenden Monaten vor dem Screening mindestens drei HAE-Attacken oder während des Screening-Zeitraums (bis zu 8 Wochen) mindestens zwei Attacken dokumentiert worden sein. Von 44 im Zeitraum zwischen dem 09.03.2022 und dem 19.06.2023 gescreenten Patienten wurden 34 randomisiert (21 Frauen [62%], 13 Männer [38%], alle weiß) [100%]) – stratifiziert nach der Häufigkeit der Attacken bei Eintritt in die Studie. Dabei erhielten elf Patienten 20 mg Deucrictibant, zwölf Patienten 40 mg Deucrictibant und elf Placebo, jeweils über zwölf Wochen. Bis zu 80 Prozent Reduktion der HAE-Attackenrate im Vergleich zu Placebo Der primäre Endpunkt war die zeitnormalisierte Anzahl der vom Prüfarzt bestätigten Anfälle pro 4 Wochen (monatliche Anfallshäufigkeit) von Woche 1 bis 12 und wurde anhand der ITT-Analyse ausgewertet. Der Endpunkt wurde analysiert, indem jede Deucrictibant-Gruppe mit der Placebo-Gruppe mittels eines generalisierten linearen Poisson-Modells mit Log-Link-Funktion verglichen wurde. Die Standardfehler wurden mittels Pearson-χ²-Test skaliert, um potenzielle Streuung zu berücksichtigen. Die mediane Nachbeobachtung ging über 85,0 Tage (IQR 84,0–86,0). Die mittels der Methode der kleinsten Quadrate ermittelte mittlere monatliche Rate der HAE-Attacken (Primäranalyse) beziffern die Autoren auf 0,40 (95 %-KI 0,18–0,92) für Deucrictibant 20 mg, 0,30 (95 %-KI 0,11–0,81) für Deucrictibant 40 mg und 1,93 (95%-KI 1,30–2,88) für Placebo. Damit ergab sich eine prozentuale Reduktion der Attackenrate versus Placebo von 79,2% (95 %-KI 47,2–91,8) für Deucrictibant 20 mg (p=0,0010) und von 84,5 % (95%-KI 53,8–94,8) für Deucrictibant 40 mg (p=0,0008). Leichte Nebenwirkungen beobachtet Nebenwirkungen verzeichneten die Autoren bei zwei Patienten (18%) unter 20 mg Deucrictibant, einem (8%) unter 40 mg Deucrictibant und einem (9%) unter Placebo. Allerdings waren alle leicht (Grad 1) und erforderten keine Dosisanpassung des Studienmedikaments. (sf)
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