Hämatologische Marker bei Atopischer Dermatitis

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Die Atopische Dermatitis (AD) zeigt eine entzündliche Pathophysiologie, die die Aktivierung des angeborenen und adaptiven Immunsystems umfasst.

Ziel einer aktuellen Studie israelischer Forscher war es, das Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis (NLR), das Thrombozyten-Lymphozyten-Verhältnis (TLR), das Eosinophilen-Lymphozyten-Verhältnis (ELR) sowie das Eosinophilen-Neutrophilen-Verhältnis (ENR) bei AD-Patienten in Abhängigkeit von Alter und Schweregrad der Erkrankung zu untersuchen.

In einer retrospektiven, bevölkerungsbasierten Kohortenstudie, verglichen die Autoren die hämatologischen Marker von AD-Patienten mit denen von nach Geschlecht, Alter und Ethnizität gematchten Kontrollpersonen. Die AD-Patienten wurden weiter nach Alter und Schweregrad der Erkrankung (leichte, mittelschwere bis schwere AD) unterteilt. Die Autoren erstellten einen Entscheidungsbaum, um das Auftreten mittelschwerer bis schwerer AD vorherzusagen.

Insgesamt wurden 13.928 Patienten mit AD (6828 Erwachsene, 7100 Kinder) sowie 13.548 Kontrollen in diese Studie aufgenommen. NLR, TLR und ELR waren bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen niedriger, während NLR, TLR, ELR und ENR bei Patienten mit mittelschwerer AD im Vergleich zu solchen mit leichter AD höher erschienen.

TLR, ELR und ENR waren bei AD-Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen erhöht, wobei bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer AD zusätzlich ein Anstieg des NLR zu verzeichnen war. Bei Patienten mit einem ELR unter 0,21, einem PLR über 161 und einem ENR von 0,016 oder weniger sollte ein hohes Risiko für die Entwicklung einer schweren AD angenommen werden, ebenso bei Patienten mit einem ELR über 0,21 und einem mittleren Thrombozytenvolumen von 9 oder darunter.

Die hämatologischen Anteile erwiesen sich bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer AD als signifikant gegenüber Patienten mit leichter AD. Die hämatologischen Marker waren bei Kindern mit AD niedriger als bei Erwachsenen, mit Ausnahme des ENR, was wohl auf altersbedingte Veränderungen der Blutbildparameter zurückzuführen ist. Diese Marker können nach Ansicht der Autoren bei der Behandlung und Nachsorge von Patienten mit AD hilfreich sein. (am)

Autoren: Weissmann S et al.
Korrespondenz: Amir Horev; [email protected]
Studie: Hematological Markers in Children and Adults with AD
Quelle: Dermatology. 2024;240(4):597–605.
Web: https://doi.org/10.1159/000539365