Häufig gastrointestinale Symptome unter Metformintherapie

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Jugendliche mit Typ-2-Diabetes, die mit Metformin behandelt werden, leiden häufig unter gastrointestinalen Beschwerden. Das zeigt eine Studie aus den USA.

Metformin ist die einzige orale Therapie für Jugendliche mit Typ-2-Diabetes, allerdings benötigen bis zu 50 Prozent der Betroffenen innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnose zusätzliche Wirkstoffe. Metformin-Formulierungen mit verlängerter Wirkstofffreisetzung (XR) können die Adhärenz und die Verträglichkeit verbessern – wichtige Faktoren für das Ansprechen auf die Behandlung. Allerdings fehlen Daten zum Einsatz der retardierten Formulierung bei Jugendlichen. Endokrinologen des Children’s National Hospital in Washington, USA, haben deshalb untersucht, wie häufig es bei Patienten, die mit Metformin (Standardferisetzung [SR] und XR) behandelt wurden, zu gastrointestinalen (GI) Symptomen kommt und wie sich diese nach einer Änderung der Metformin-Therapie ändern.

In die retrospektive Studie schlossen die Mediziner 488 Jugendliche mit Typ-2- oder Prädiabetes ein, die zwischen 2016 und 2019 in einer multidisziplinären Klinik behandelt wurden. Von diesen nahmen 41,4 Prozent bzw. 21,1 Prozent Metformin SR bzw. XR ein, wobei die meisten (58 %, n = 178/305) eine tägliche Gesamtdosis von ≥1500 mg/Tag erhielten. Diejenigen, die kein Metformin einnahmen, waren tendenziell jünger, schlanker und hatten einen niedrigeren HbA1c-Wert als diejenigen, die Metformin einnahmen (p<0,05).

Etwa ein Drittel (30%) der Patienten beschrieb GI-Symptome, am häufigsten Bauchschmerzen und Diarrhöe. Hinsichtlich der GI-Symptomen fanden die Mediziner keinen Unterschied zwischen SR- und XR-Patienten (18,3 % vs. 14,6 %; p=0,41). Bei den Patienten, die mit Metformin begannen, stieg die Rate der GI-Symptome an (13–33 %; p=0,001; n=99), während die Rate tendenziell abnahm, wenn Metformin abgesetzt wurde (28–12 %; p=0,076; n=50). Eine Umstellung von SR- auf XR-Metformin hatte keinen Einfluss auf die Rate der GI-Symptome (17 % vs. 14 %; p=0,6; n=58).

Die Studienautoren um Abby G. Meyers folgern aus ihren Ergebnissen, dass GI-Symptome bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes unter Metformin-XR und -SR häufig sind. Es seien zusätzliche Therapien zur Linderung dieser Beschwerden notwendig, um die Lebensqualität und die Therapietreue der jungen Patienten zu verbessern. (ej)

Originalpublikation:
Meyers AG et al. Metformin treatment and gastrointestinal symptoms in youth: Findings from a large tertiary care referral center. Pediatr Diabetes 2021;22(2):182–191.