Häufige Ursachen für eine Nierentherapie bei Neugeborenen

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In einer aktuellen Studie haben US-amerikanische Wissenschaftler die Prävalenz und die klinischen Merkmale von Neugeborenen untersucht, die eine Nierenersatztherapie (kidney replacement therapy, KRT) erhalten. Danach sind angeborene Herzerkrankungen und angeborene Anomalien der Nieren und ableitenden Harnwege die wichtigsten Diagnosen bei Neugeborenen, bei denen eine KRT durchgeführt wird.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher den Datensatz des National Inpatient Sample für die Jahre 2000–2017. Von insgesamt 64.532.552 hospitalisierten Neu­geborenen schlossen sie 4281 in ihre Studie ein, die eine KRT erhielten. Zur Beurteilung der Prävalenz führten die Experten eine Trendanalyse mit dem Cochran-Armitage-Test durch.

Von den eingeschlossenen Säuglingen wurden 2501 (58,4 %) mit Peritonealdialyse (PD) behandelt, 997 (23,3 %) erhielten eine Hämodialyse (HD) und 783 (18,3 %) eine kontinuier­liche KRT (CKRT). Zu den Diagnosen gehörten angeborene Nierenanomalien (37,4 % vs. 15 % vs. 9,5 %), Anomalien der Harnwege (35 % vs. 12,5 % vs. 6,3 %) und angeborene Herzfehler (68 % vs. 25,7 % vs. 72,3 %). Die mediane Aufenthaltsdauer im Krankenhaus war bei den PD-Patienten am längsten (39 Tage vs. 18 Tage vs. 26 Tage). Die Kosten des Krankenhausaufenthaltes waren jedoch bei den CKRT-Patienten am höchsten (490.916 US-Dollar vs. 218.514 US-Dollar vs. 621.554 US-Dollar). In der gesamten Kohorte hatten 54.424 Neugeborene ein akutes Nierenversagen (AKI). Von ihnen starben 16.999 (31 %). Es erhielten 2688 (4,9 %) der Säuglinge mit AKI eine KRT. Während des Studienzeitraums stieg die Inanspruchnahme von PD (von 0,042 auf 0,06 %) und CKRT (von 0,03 auf 0,21 %), während der Trend zur HD abnahm (von 0,021 auf 0,013 %).

Eine Peritonealdialyse (PD) werde häufiger eingesetzt als eine Hämodialyse (HD) und kontinuier­liche KRT (CKRT). Im Laufe der Zeit habe die Inanspruchnahme einer PD und CKRT zugenommen. Es erhielten weniger als fünf Prozent der mit AKI diagnostizierten Säuglinge eine KRT, fassen die Autoren vom Cleveland Clinic Childrens Hospital und der Michigan State University (beide USA) zusammen. (jh)