Häufige Familienmahlzeiten fördern eine gute Ernährung von Kindern1. Februar 2018 Foto: © Monkey Business – Fotolia.com Erfolgreiche Adipositasprävention fängt am Esstisch der Familie an. Das legt eine Metaanalyse des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Mannheim nahe. Eine jüngst veröffentlichte Metaanalyse von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin und der Universität Mannheim zeigt, dass häufige Familienmahlzeiten mit einem geringeren Body Mass Index (BMI) und gesünderer Ernährung bei Kindern zusammenhängen. Dabei spielte keine Rolle, in welchem Land die Studie durchgeführt wurde oder wie alt die Kinder waren. Auch machte es keinen Unterschied, ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen gemeinsam gegessen wurde und ob nur ein Elternteil oder die ganze Familie mit am Tisch saß. „Die Kindheit bietet ein einzigartiges Zeitfenster, um schädlichen Gesundheits- und Essgewohnheiten entgegenzuwirken. Eltern werden auch als sogenannte ‚Gatekeeper’, also Türsteher der Ernährung, bezeichnet. Sie haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, was, wie und wie viel Kinder essen. Familienmahlzeiten bieten eine vielfältige Lernumgebung, um eine gesunde Ernährungsweise bei Kindern zu fördern“, sagte Erstautorin Mattea Dallacker vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Familienmahlzeiten führen aber unter bestimmten Umständen nicht zwangsläufig zu einer gesünderen Ernährung. Die Ursachen und Mechanismen, die hinter der Beziehung zwischen häufigen Familienmahlzeiten und besseren Ernährungsweisen stehen, müssen noch verstanden werden. „Die derzeitige Forschung deutet darauf hin, dass bei gemeinsamen Mahlzeiten nicht nur die Qualität des Essens, sondern auch psychologische und Verhaltensaspekte wichtig sind. Zum Beispiel könnten Mahlzeitroutinen wie etwa eine gute Mahlzeitatmosphäre oder ein positives elterliches Rollenvorbild die Ernährungsweise von Kindern verbessern“, sagte Co-Autorin Jutta Mata von der Universität Mannheim. Im Rahmen ihrer Metaanalyse werteten die Wissenschaftler 57 Studien mit weltweit über 200.000 Probanden aus. In die Analyse gingen Studien ein, die sich mit dem Zusammenhang von Familienmahlzeiten und dem Ernährungszustand von Kindern beschäftigen – gemessen am Body Mass Index (BMI), den Portionen an Obst und Gemüse pro Tag (als Indikator für gesunde Ernährung) sowie dem Konsum von gesüßten Getränken, Fast Food oder salzigen Snacks (als Indikator für ungesunde Ernährung). Auch der Einfluss von Faktoren wie Alter, sozioökonomischer Status sowie Art der Familienmahlzeit und Anzahl der bei einer Mahlzeit anwesenden Familienmitglieder wurde untersucht. „Vor dem Hintergrund, dass zunehmend beide Elternteile berufstätig sind, werden regelmäßige Familienmahlzeiten für viele Familien zur täglichen Herausforderung. Im Hinblick auf eine moderne Gesellschaft sind daher auch erste wissenschaftliche Befunde wichtig, die zeigen, dass familienähnliche Mahlzeiten, zum Beispiel in der Schule, sich ebenfalls positiv auf die Ernährung von Kindern auswirken. So zeigt eine Studie, dass auch Lehrer ein positives Rollenmodell während gemeinsamer Mahlzeiten mit Schülern darstellen können“, sagte Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Co-Autor der Studie. Originalpublikation: Dallacker M. et al.: Obesity Reviews, 15. Januar 2018
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