Häufigkeit von Erbgutmarkierungen charakterisiert seltenen Blutkrebs1. Februar 2018 Foto: © Dan Race – Fotolia.com Nicht nur Genveränderungen, sondern auch manche DNA-Markierungen tragen zur Krebsentstehung bei. Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum haben herausgefunden, dass eine Form der Leukämie besonders schwierig zu behandeln ist, wenn in den Krebszellen eine bestimmte Art von DNA-Markierungen sehr häufig auftritt. Bei der juvenilen myelomonozytären Leukämie (JMML) teilen sich die Blutzellen unkontrolliert. An dieser seltenen Form von Blutkrebs erkranken hauptsächlich Kinder, meist noch vor Ende des zweiten Lebensjahrs. Ohne eine Stammzelltransplantation, die bisher einzige Behandlungsform, die den Krebs wirksam bekämpft, verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen tödlich. Bei etwa einem Drittel der transplantierten Patienten kehrt der Krebs zurück. Daher ist es wichtig, bereits frühzeitig exakte Prognosen über den Verlauf der Krankheit zu erstellen. Neueste Ergebnisse der Forscher um Christoph Plass am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und des Teams um Christian Flotho, Wissenschaftler des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) in Freiburg, können nun dazu beitragen, den Verlauf einer JMML in Zukunft besser einzuschätzen. „Klinische Parameter lassen bisher nur ungenaue Vorhersagen zu“, sagte Plass. „Umfassende molekulare Analysen wie unsere können helfen, mit größerer Sicherheit vorherzusagen, ob die Therapie anschlägt.“ Die Forscher untersuchten das komplette Erbgut von JMML-Patienten auf das Auftreten von DNA- Methylierungen und entdeckte dabei, dass sich die JMML-Patienten in drei Gruppen einteilen lassen, je nachdem, wie stark ihre DNA methyliert ist. „Bisher wurde bei der JMML nicht das gesamte Erbgut auf Methylierungen untersucht, sondern lediglich bestimmte Gene“, so Plass. Die Forscher stellten fest, dass die Patienten, deren Erbgut stark methyliert ist, häufiger Merkmale aufweisen, die mit einem erhöhten Rückfallrisiko nach Stammzelltransplantation verknüpft sind. Dem gegenüber steht eine Patientengruppe, deren Erbgut nur schwach methyliert ist und bei denen die Krankheit milder verläuft. Eine dritte Gruppe weist ein mittleres Maß an Methylierungen auf. „Diese Patienten profitieren von einer Stammzelltransplantation und haben mit der Behandlung meist eine günstige Prognose“, sagte Daniel Lipka, Erstautor der Studie. „Eine Analyse des Methylierungsstatus der DNA könnte dazu beitragen, den Krankheitsverlauf eines Patienten besser abzuschätzen“, so Lipka. „Wir planen, durch weiterführende Studien mit einer größeren Patientenzahl die drei Gruppen noch genauer zu charakterisieren. Möglicherweise können Therapien dadurch in der Zukunft frühzeitig angepasst werden.“ Originalpublikation: Lipka DB et al.: Nature Communications 2017;8:2126.
Mehr erfahren zu: "Blutabnahme bei Neugeborenen: Mit Zuckerlösung tut es weniger weh" Blutabnahme bei Neugeborenen: Mit Zuckerlösung tut es weniger weh Gibt man Neugeborenen eine winzige Menge Saccharose in den Mund, haben sie wahrscheinlich weniger Schmerzen, wenn ihnen Blut abgenommen wird. Das zeigt ein neuer Cochrane-Review, der 29 Studien mit mehr […]
Mehr erfahren zu: "15-Punkte-Plan aus NRW, um Patienten gezielter zum Arzt zu lotsen" 15-Punkte-Plan aus NRW, um Patienten gezielter zum Arzt zu lotsen Wochenlang auf einen Termin warten? Ein 15-Punkte-Plan aus Nordrhein-Westfalen (NRW) soll das ändern: Mit digitaler Ersteinschätzung und weniger Papierkram soll Patientensteuerung effizienter werden. Entschieden wird darüber aber im Bund.
Mehr erfahren zu: "Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Gabe ab" Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Gabe ab Immer mehr Eltern lehnen Vitamin-K-Spritzen für ihre Neugeborenen ab und setzen ihre Kinder damit einem erhöhten Risiko für vermeidbare Hirnschäden aus. Dies geht aus einer systematischen Übersichtsarbeit hervor, deren Ergebnisse […]