Halsdissektion: Erhöhtes Risiko für postoperative Schlaganfälle?25. Januar 2018 Foto: © Zerbor – Fotolia.com Beim Vergleich früherer Studien wurde festgestellt, dass es eine große Spannweite der Raten bezüglich des Auftretens eines postoperativen Schlaganfalls nach Halsdissektion (Halslymphknotenausräumung) gibt. Ob die Halsdissektion wirklich ein unabhängiger Faktor für das Schlaganfallrisiko ist, war nun Gegenstand einer aktuellen Untersuchung im Rahmen des „American College of Surgeons National Surgical Quality Improvement Program“ von 2005 bis 2013. Die Autoren verglichen die 30-tägige Rate postoperativer Schlaganfälle bei Patienten, die entweder eine komplette oder eine modifizierte radikale Halsdissektion unter Erhaltung mindestens einer nichtlymphatischen Struktur erfuhren. Als Kontrollgruppe fungierten Fälle von Resektionen der Mundhöhle, des Oropharynx, Larynx, oder Hypopharynx ohne Halsdissektion. Die Autoren konnten Daten von 9697 geeigneten Patienten finden, davon 5827, die mittels Halsdissektion, und 3870 die ohne diesen Eingriff therapiert wurden. In der Gesamtkohorte lag die Rate für postoperative Schlaganfälle bei Halsdissektion höher (0,31 % gegenüber 0,11 %), wobei das Verhältnis durch „propensity score matching“ zur Adjustierung bezüglich der Komorbiditäten abgeschwächt wurde (0,30 % gegenüber 0,13 %). Unter den Patienten mit 2 oder mehr Risikofaktoren für Halsschlagaderverengung ging der Eingriff mit einer erhöhten Rate für postoperative Schlaganfälle einher (2,68 % bei bilateraler und 0,41 % bei unilateraler Halsdissektion sowie 0,24 % ohne Halsdissektion). Die Inzidenz für Schlaganfall war stark mit der 30-Tages-Mortalität assoziiert (7,4 % gegenüber 0,2 %). Nach Ansicht der Autoren muss der Schlaganfall als seltene aber morbide Komplikation nach Kopf-Hals-Chirurgie gelten. Im Vergleich zu anderen chirurgischen Eingriffen an Kopf und Hals ist die Halsdissektion bei Patienten mit einem Risiko für Halsschlagaderverengung mit einem erhöhten postoperativen Schlaganfallrisiko verbunden. (am) Quelle: Cramer et al. Otolaryngol Head Neck Surg. 2017 Aug;157(2):226-232.
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