Hantavirus: Immunantwort auf Puumala-Virusinfektion untersucht25. Februar 2026 Rötelmäuse übertragen das Hantavirus auf Menschen. © Henning Harmelink/stock.adobe.com In Österreich werden jährlich im Schnitt 20 bis 25 Infektionen mit dem Hantavirus, insbesondere mit der Puumala-Variante, diagnostiziert. Bisher war nicht bekannt, wie lange die bei einer durchgemachten Infektion erworbene Immunität mit Produktion von Antikörpern anhält. Auch war bislang ungeklärt, ob eine solche Antikörperantwort nach durchgemachter Infektion gegen andere Hantaviren gerichtet und somit eventuell schützend ist. Nun hat eine internationale Forschungsgruppe um Robert Krause von der Medizinischen Universität Graz und Florian Krammer, Professor für Infektionsmedizin an der MedUni Wien und Leiter des interuniversitären Ignaz Semmelweis Instituts, erforscht, welche Immunantworten bei steirischen Puumala-Virus-Patienten hervorgerufen werden. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler in der Zeitschrift „eBioMedicine“ veröffentlicht. Starke neutralisierende Immunantwort gegen das Puumala-Virus Im Rahmen der longitudinalen Kohortenstudie charakterisierten die Wissenschaftler die Immunantwort von etwa 20 Patienten im Detail. Alle untersuchten Personen entwickelten eine starke neutralisierende Immunantwort gegen das Puumala-Virus. Interessanterweise wurde diese Immunantwort über einen Beobachtungszeitraum von etwa sechs Monaten stärker. Außerdem konnten die Forschenden beobachten, dass die Immunantwort im Lauf der Zeit breiter wirksam wurde und viele Patienten auch neutralisierende Antikörper gegen entfernt verwandte Hantaviren wie etwa das Südamerikanische Andes-Virus entwickelten. Ferner veränderte sich die Zusammensetzung der Antikörperantwort über Monate in ähnlicher Weise wie das etwa bei Ebola-Virusinfektionen beobachtet wurde, wo sich das Virus oft auch noch nach Abklingen der Symptome in bestimmten Organen halten kann. „Es ist natürlich sehr beruhigend zu sehen, dass sich nach der Infektion eine starke neutralisierende Antikörperantwort entwickelt, die wahrscheinlich vor einer Re-Infektion schützt“, fasst Stefan Hatzl, einer der beiden Erstautoren der Studie und Intensivmediziner an der Med Uni Graz, zusammen. „Und es wäre jetzt natürlich auch sehr wichtig herauszufinden, ob sich das Virus wirklich für einige Zeit im Körper hält und natürlich auch wo“, erklärt der Mediziner weiter. Möglicherweise Basis für Impfstoffe „Die breit-neutralisierende Immunantwort, die wir beobachten konnten, könnte die Basis für Impfstoffe bilden, die gegen eine Vielzahl von weltweit vorkommenden Hantaviren schützt. Weiters könnten solche Antikörper auch als Therapie eingesetzt werden, an deren Entwicklung wir gerade sehr intensiv arbeiten“, blicken Florian Krammer und Robert Krause in die Zukunft. Die beiden Studienleiter planen, ihre Arbeit an Puumala-Virusinfektionen in der Steiermark auch im Rahmen des Ignaz Semmelweis Instituts, einer interuniversitären Einrichtung zur Erforschung von Infektionskrankheiten, weiterzuführen. Hantavirusinfektionen, die in Österreich vor allem in der Steiermark und im östlichen Kärnten vorkommen, verursachen leichte bis lebensbedrohliche Erkrankungen mit Nieren-, Lungen-, und Kreislaufversagen. In Nord- und Südamerika (Sin- Nombre- und Andes-Virus) endet die Infektion bei rund 40 bis 50 Prozent der Fälle tödlich, in Österreich ist die Todesrate mit rund einem bis vier Prozent deutlich geringer. Hantaviren, in Österreich vor allem die Variante Puumala-Virus, werden von Rötelmäusen über getrocknete Ausscheidungen auf Menschen übertragen. In Österreich werden im Schnitt rund 20 bis 25 Fälle jährlich diagnostiziert, wobei in manchen Jahren (zum Beispiel 2012, 2019, 2021) mehr als 200 Fälle festgestellt wurden.
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