Hart, härter, Zahnbruch: Beliebte Hunde-Snacks alarmieren Tiermediziner27. September 2022 Symbolbild. Foto: © Myléne – pixabay.com Seit Beginn der Pandemie ist der Umsatz mit Hunde-Snacks um 22 Prozent gestiegen. Kau-Produkte füllen im Einzelhandel meterweit Regale. Tiermediziner sind jedoch alarmiert: Während die vermeintlich harmlosen Leckerlis die Zahngesundheit unterstützen sollen, belegen Studien, dass sie Hundezähne schwer schädigen können. Auch deswegen halten Tierärzte das Thema Zahnpflege für eines der wichtigsten Themen in Patientengesprächen. Tiereltern sind sich der Risiken von Zahnfrakturen bei Hunden und deren Folgeschäden jedoch weiterhin kaum bewusst. Kauen ist für Hunde ein wichtiger Instinkt, der ihnen unter anderem dabei hilft, Stress abzubauen und ihre Zähne von Zahnbelag zu befreien. Tierärzte beobachten jedoch vermehrt, dass gerade das Kauen auf harten Produkten mit Gefahren einhergeht: „Seit die Beliebtheit harter essbarer und nicht essbarer Kau- und Spielzeugprodukte für Hunde zugenommen hat, haben wir einen Anstieg der Zahnfrakturen festgestellt”, so Professor Dr. Alexander Reiter von der University of Pennsylvania (USA) . Eine Studie der Universität, die von Mars Petcare unterstützt wurde, belegt, dass die Kiefer von Hunden stark genug sind, um ihre eigenen Zähne zu brechen, wenn sie auf zu harten Produkten kauen. Mehr als jeder vierte Hund hat gebrochene Zähne Die Prävalenz von Zahnbrüchen ist enorm: Mehr als jeder vierte Hund hat gebrochene Zähne. Viele der Frakturen resultieren dabei aus dem Kauen auf Gegenständen, die schlicht zu hart sind. Die Folge können neben Schmerzen und Appetitlosigkeit auch schwere Entzündungen sein, die sich in einigen Fällen auf umliegende Körperregionen ausbreiten können. Eine aktuelle Umfrage von Mars Petcare zeigt, dass 91 % der Tierärzte das Thema Zahnpflege bei routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen ansprechen. Für knapp die Hälfte der Tierärzte ist das Thema Zahnpflege sogar eines der drei wichtigsten Vorsorge-Themen, die es innerhalb von Sprechstundenterminen zu vermitteln gilt. Bei vielen Tiereltern ist das Bewusstsein für Zahnprobleme des Hundes und deren Häufigkeit jedoch nach wie vor kaum ausgeprägt. Denn: Laut Konsumentenumfragen bewerten rund 90 % der Tiereltern die Zahngesundheit ihres Hundes mit „gut” oder „sehr gut”. „Tierärzte und Tierärztinnen spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Tiereltern für eine bewusste Auswahl von Snacks und Spielzeugen zu sensibilisieren. Sie verfügen über die Expertise, Tiereltern genau die Kauprodukte zu empfehlen, mit denen sie ihr Tier bedenkenlos beschäftigen und belohnen können – ohne eine schmerzhafte Zahnfraktur zu riskieren”, so die Mikrobiologin Marie-Louise Bennett . Innerhalb von Europa haben die Bemühungen bereits dazu geführt, dass die FEDIAF, der Verband der europäischen Tierfutterindustrie, einen Leitfaden zum verantwortungsvollen Verfüttern von Snacks bei Hunden veröffentlicht hat. Insbesondere Kauartikel und Spielzeuge, die nicht biegbar oder formbar sind, oder beim Kauen nicht einfach und schnell weich werden, sollen vermieden werden.
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