Hausstaubmilben-Allergie und Atopische Dermatitis: Gibt es einen erwiesenen Zusammenhang?

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Die Atopische Dermatitis (AD) stellt eine weit verbreitete chronische Hauterkrankung dar, die mit verschiedenen atopischen Störungen und Allergien einhergeht. Diese multifaktoriellen Zusammenhänge sind, ähnlich wie die Pathophysiologie der AD, auf komplizierte Art miteinander verwickelt und bedürfen einer eingehenden wissenschaftlichen Klärung.

In der vorliegenden Übersicht rumänischer Allergologen liegt der thematische Schwerpunkt hauptsächlich auf Hausstaubmilben, da diese wahrscheinlich das relevanteste luftübertragene Allergen bei Vorliegen einer AD sind. In der Studie werden in knapper Form die ­Milbenallergene, die Rolle der molekularen Diagnose und die Behandlungsstrategien für eine Allergie gegen Hausstaubmilben dargestellt. Strategien zur Vermeidung von Allergenen reichen – mit wenigen Ausnahmen – nicht aus, um AD bei Kindern effektiv zu kontrollieren; neuere Studien zeigen, dass die Verfahren zur Vermeidung von Hausstaubmilben-Allergenen bei diagnostizierter AD unzureichend sind. Ungeachtet dessen erkennen einige Richtlinien den präventiven Nutzen von besonderen Matratzen- und Kissenbezügen bei Patienten mit Hausstaubmilbensensibilisierung an, die auf eine optimale AD-Behandlung nicht ansprechen. Die meisten klinischen Studien, in denen die allergenspezifische Immuntherapie als potenzielle Behandlung der AD untersucht wurde, wurden mit erwachsenen Patienten durchgeführt; eine geringe Anzahl von Studien untersuchte die Wirksamkeit der allergenspezifischen Immuntherapie als Behandlungsoption bei an AD erkrankten Kindern, wobei sich die Daten untereinander als widersprüchlich erwiesen. Die plausibelste dieser Studien zeigte eine signifikante Verbesserung der Behandlungsergebnisse der AD, jedoch nur in der Gruppe mit einer leichten oder mittelgradigen AD, und nicht in der Gruppe mit schweren Erkrankungen.

Das Fazit der Autoren: Unkontrollierte Studien sind schwer zu interpretieren, wenn man die natürliche Vorgeschichte von remittierender und rezidivierender AD bei Patienten ohne klinische Interventionen betrachtet; es seien daher mehr Studien zur allergenspezifischen Immuntherapie, insbesondere pädiatrische Studien, erforderlich, um entweder die Reproduzierbarkeit positiver Ergebnisse zu belegen oder die Wirksamkeit der Therapie zu widerlegen. (am)

Autor: Bumbacea et al.
Korrespondenz: Department of Allergy, Nefrology Clinical Hospital, Bukarest, Rumänien
Studie: Mite allergy and atopic dermatitis: Is there a clear link?
Quelle: Exp Ther Med 2020 Oct;20(4):3554–3560.
Web: dx.doi.org/10.3892/etm.2020.9120