Hausstaubmilben und Garnelen: Komplexe allergologische Interaktion

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Das Ausmaß an Sensibilisierungen und Allergien gegen Garnelen ist bei Hausstaubmilben-Allergikern bislang nicht ausreichend definiert; zur Klärung der Implikationen führte ein Autorenteam eine große, multizentrische Studie durch.

Insgesamt 526 Hausstaubmilben-allergische Patienten, die zuvor einem Nachweis von IgE auf das Tropomyosin Der p10 unterzogen wurden, sowie 100 atopische Kontrollprobanden, die nicht gegen Hausstaubmilben sensibilisiert sind, wurden hierzu auf eine Sensibilisierung/Allergie auf Garnelen untersucht. Eine Garnelenallergie trat bei 9 % der Patienten auf – gegenüber 0 % der 100 Kontrollprobanden, die nicht gegen HDM sensibilisiert waren. Garnelenallergiker reagierten seltener auf andere luftübertragene Allergene als Hausstaubmilben, als dies bei Krebspatienten (35 % gegenüber 58,8 %) der Fall war. Lediglich 51 % der Tropomyosin-sensibilisierten Patienten wiesen eine Garnelenallergie auf; diese Patienten zeigten signifikant höhere Der p10-IgE-Spiegel als Garnelen-tolerante Patienten (durchschnittlich 22,2 kU/l gegenüber 6,2 kU/l). Insgesamt 53 % der Garnelenallergiker reagierten nicht auf Tropomyosin. Die Schlussfolgerungen der Allergologen:
– eine Garnelenallergie scheint nur in Verbindung mit einer Überempfindlichkeit gegen Hausstaubmilben-Allergene aufzutreten.
– Tropomyosin ist das Hauptallergen für Garnelen, stellt aber zumindest in Italien kein Hauptallergen dar.

Zusammen mit den Tropomyosin-spezifischen IgE-Spiegeln scheint die Monosensibilisierung gegen Hausstaubmilben einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Garnelenallergie bei Hausstaubmilben-Allergikern darzustellen. (am)