Hautbiopsien bei Ulcus cruris: Notwendig oder überflüssig?

Symbolbild: ©BillionPhotos.com – fotolia.com

Bei etwa 85 % aller Patienten mit Ulcus cruris liegt eine gefäßbedingte Erkrankung als Ursache vor, doch es werden auch nicht vaskuläre Ursachen dokumentiert.

Das Ziel einer aktuellen Studie französischer Angiologen war die Evaluierung der Befunde dieser Biopsien sowie die Ausarbeitung allgemeiner Merkmale von Unterschenkelgeschwüren, deren Biopsien zu einer Diagnose mit nicht vaskulärer Ursache führten. Zur Klärung dieser Fragen führten die Autoren eine retrospektive Studie durch und evaluierten 143 Haut­biopsien von Unterschenkel­geschwüren.

Die Hautbiopsien der Unterschenkelgeschwüre führten in 4,9 % (7 von 143) der Fälle zu der Diagnose „nicht gefäßbedingte Ulzeration“; darin enthalten waren Diagnosen wie Hautkrebs (n=5; 3,5 %), kutane Leishmaniose (n=1; 0,7 %) sowie Pyoderma gangraenosum (n=1; 0,7 %). Eine univariate statistische Analyse offenbarte, dass bei diesen Ulzerationen ein aufgewölbter Wundrand sowie ein abnormales, exzessiv wachsendes Granulationsgewebe signifikant häufiger vorlagen. Sämtliche Patienten mit positiver Hautbiopsie wiesen eine assoziierte vaskuläre Beteiligung auf.

Mit dieser Untersuchung fanden die Autoren heraus, dass etwa 5 % der nicht gefäßbedingten Ulzerationen auf Krebserkrankungen zurückzuführen sind; in erster Linier handelt es sich dabei um kutane Krebsformen. Erhabene Wundränder und ein exzessives Wachstum des Granulationsgewebes erwiesen sich als die am häufigsten auftretenden Merkmale; die Ulzerationen sollten entsprechend behandelt werden.

Die Autoren sehen mit ihrer Arbeit den Nachweis erbracht, dass in solchen Fällen eine Hautbiopsie notwendig ist, auch wenn gleichzeitig vaskuläre Erkrankungen vorliegen.